Schwacher Kapitalmarkt: Deutsche Bank will Personal abbauen

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Flaue Geschäfte im Kapitalmarkt und Investment werden von der Deutschen Bank als Gründe genannt, rund 1.000 Stellen streichen zu wollen. Die schlechte Marktlage zwinge zu entsprechenden Maßnahmen, um die Einbrüche bei den Erträgen möglichst gering zu halten.

Deutsche Bank reagiert mit Personalabbau

Kapitalmarkt
Kapitalmarkt zwingt Deutsche Bank
zum Stellenabbau

Überwiegend seien davon Arbeitsplätze in den Handelszentren New York und London betroffen, erklärte ein Insider der Financial Times (Donnerstag). Als einen Auftakt für das zum September einberäumte Sparprogramm der Deutschen Bank seien die Entlassungen jedoch nicht zu bewerten. Vielmehr wäre das schwache Kapitalmarktgeschäft ausschlaggebend, die Mitarbeiterzahl im Investmentsektor zu reduzieren.

Im Vergleich zu weiteren international agierenden Investment-Banken hält sich die Deutsche Bank mit Personalfreistellungen noch relativ zurück. Die Citigroup gab bereits im Juli 2011 die Entlassung von 4.500 Mitarbeitern bekannt, während das deutsche Insitut lediglich den Abbau von 500 Stellen ankündigte. Vom Schweizer Institut UBS werden insgesamt 3.500 Investment-Spezialisten auf die Strasse gesetzt.

Im September 2012 soll die bereits angekündigte neue Konzernstrategie der Deutschen Bank Anlauf finden, welche voraussichtlich überwiegend aus noch größeren Sparpaketen bestehen wird. Das Einsparungspotenzial wird von Analysten auf 2,5 Mrd. Euro geschätzt.

Davon dürften 1,9 Mrd. Euro allein für den Investment-Sektor anfallen. Von den derzeit rund 31.000 Stellen im Investementbereich könnten 10 bis 20 Prozent der Arbeitsstellen gestrichen werden. Im Visier wird könnten besonders die hochbezahlten Mitarbeiter in der Position eines Managing Directors stehen.

Warnschüsse im Kreuzfeuer des Libor-Skandals?

Reduziert sich der Gewinn, bzw. bleibt dieser unter Erwartung, müssen an anderer Stelle Kosten eingespart werden. Den größten Kostenfaktor verursacht auch im Investment-Banking Geschäft das Personal. Sofern die Vermutung der Analysten zutrifft, dass die Deutsche Bank Personal in London und New York freistellte, wäre der deutsche Steuerzahler sogar unbelastet. Eine offenbar stagnierende Branche wie das Investment-Geschäft gäbe wenig Hoffnung auf eine neue Anstellung bei der nächsten Bank.

Noch steht die Deutsche Bank im Kreuzfeuer der Euribor- und Libor-Skandäle. Inzwischen sind Details ans Tageslicht gekommen, die darauf schließen lassen, dass der deutsche Bankenriese nicht nur „Mitläufer“ sondern sogar eine treibende Kraft zu den Zinsmanipulationen gewesen sein könnte.

Darüber hinaus bemühte sich die Deutsche Bank bereits 2011 für die Kronzeugenregelung, um den Status der Immunität zu erhalten, sprich den drohenden Milliarden-Strafen davon zu kommen.

Die Informationen zu den geplanten Entlassungen durch die Deutsche Bank kommen nicht von offizieller Seite, sondern von „mit den Plänen vertrauten Personen“, die FTD und dem Handelsblatt die Informationen mitteilten. Vermutlich wollte die Doppelspitze der Bank, Anshu Jain und Jürgen Fitschen, zum 31. Juli 2012 bei der Vorlage der Quartalszahlen II, Einzelheiten zum Einsparpotenzial veröffentlichen.

Die Deutsche Bank wies 2010 einen Jahresüberschuss von 2,33 Mrd. Euro vor und konnte diesen im Folgejahr auf 4,326 Mrd. Euro steigern. Dennoch stand bereits im Jahr 2011 der Stellenabbau über 500 Mitarbeiter im Raum. Zum Ende des Monats steht der Bericht für das zweite Quartal 2012 auf dem Plan. Die Zahlen könnten Aufschluss darüber geben, welchen Charakter die für September angekündigte Konzernstrategie vorweisen wird.

Der Abbau von deutschen Mitarbeitern der Deutschen Bank wurde offenbar nicht angesprochen. Neben der schwierigen Marktsituation könnte jedoch der weitere Verlauf des Libor-Skandals ein maßgeblicher Faktor für die Weichenstellungen in der Chefetage der Bank werden.

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