Schummelte Deutsche Bank bei Derivate Bewertungen?

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Neue Vorwürfe werden gegen die Deutsche Bank laut. Sie soll Bilanzen „verschönt“ haben, um nicht in ein staatliches Rettungsprogramm schlittern zu müssen. Jedoch scheinen die Details keine Neuigkeit, sondern eine über zwei Jahre alte Geschichte zu sein, die lediglich medial neu „aufgewärmt“ wird.

Bilanzverschönerung durch falsche Derivaten-Bewertung

Bilanzfälschung
Schummelte die Deutsche Bank?

Erneut gerät Deutschlands größte Bank in den Mittelpunkt der Schlagzeilen mit „unliebsamen“ Details, die wiederholt die Glaubwürdigkeit untergraben könnten. In „dieser Runde“ geht es um den Vorwurf von der Vertuschung einer Finanzlücke in Höhe von 12 Milliarden Euro. Die Financial Times (FT) (Donnerstag) berichtete unter Berufung auf die Angaben von drei ehemaligen Mitarbeitern der Deutschen Bank über einen konkreten Versuch, eingefahrene Verluste durch „Frisieren“ der Bilanzen zu vertuschen. Die ehem. Mitarbeiter hätten bereits Informationen an die US-Finanzaufsichtsbehörden, u.a. SEC, weiter gegeben.

Demnach soll die Deutsche Bank die mit Derivaten (Leveraged Super Senior Trades) eingefahrene Verluste entgegen den Bilanzvorschriften nicht zum aktuellen Marktwert verbucht haben. Laut FT betrug der Nominalwert der Derivateposition 130 Milliarden Dollar.

Die ehem. Mitarbeiter der Deutschen Bank gaben an, dass die damaligen Vorgesetzten von den Vorgängen der falschen Bewertungen gewusst haben sollen. Die FT geht von den Umständen aus, dass die falsche Bilanzierung aus dem Grund vorgenommen worden sein könnte, weil das Bankenkapital nach einer korrekten Verbuchung auf ein kritisches Niveau gefallen wäre. Das Eingreifen des Staates für eine Rettung der Bank wäre möglicherweise notwendig geworden.

Die Deutsche Bank geht in die Defensive
Die Vorwürfe seien jedoch „völlig unbegründet“, so eine Sprecherin der Deutschen Bank. Bereits vor über zweieinhalb Jahren wären die Vorwürfe das erste Mal gefallen und im Juni 2011 wäre darüber öffentlich berichtet und eine umfassende Untersuchung eingeleitet worden. Weiterhin verteidigte sich die Bank mit der Betonung auf stets korrekte Bewertungen und Finanzberichte. Die Behauptungen hätten ihren Ursprung von den Leuten, die „keine Kenntnisse oder Verantwortung über die Kernfakten“ hätten. Mit der Aufsichtsbehörde SEC wolle man voll kooperieren.

Vorwürfe bereits 2010 vorgetragen
Die drei ehemaligen Mitarbeiter sollen unabhängig voneinander der SEC bereits in den Jahren 2010 und 2011 Details zu den Vorgängen vorgetragen und auch interne Bank-Dokumente vorgelegt haben. Zwei von ihnen gaben an, die Bank hätte sie aus ihren Posten gedrängt, nachdem intern Bedenken laut geäußert wurden. Einer von den Ehemaligen war Eric Ben-Artzi und wurde lt. FT entlassen, nachdem er seine Vorwürfe drei Tage vorher der SEC zugetragen hatte.

Von selbst ging der ehem. Mitarbeiter und Wertpapierhändler Matthew Simpson, nachdem auch er der SEC seine Bedenken vorgetragen hatte. Ähnlich soll es auch beim dritten ehem. Mitarbeiter verlaufen sein, auch er verließ die Bank aus eigenen Stücken, nachdem er seine Aussage bei der US-Finanzaufsicht SEC hinterließ. Er war im Bereich Risikomanagement tätig und wollte namentlich nicht genannt werden.

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