Schickten Fehler des IWF die Euro-Südländer in den Ruin?

Eurokrise-


Der Internationale Währungsfonds hatte berechnet, in welchem Umfang den Euro-Krisenländern die Sparprogramme auferlegt werden können, ohne dabei die Wirtschaften zu sehr zu belasten. Offensichtlich hatte der IWF schlicht falsch kalkuliert und somit den Sturz in den finanziellen Ruin sogar noch unterstützt.

Positives Denken war an diesem Punkt fehl am Platz

IWF Fehler
IWF - Ein versehentliches Missgeschick

Die Institution Internationaler Währungsfonds (IWF) hat mit den bisherigen Berechnungen zu den Wirtschaftsentwicklungen einzelner Länder grob daneben gelegen. Daniel Leigh und der Chefvolkswirt des IWF, Olivier Blanchard, veröffentlichten ein Arbeitspapier, aus dem die fatalen Fehleinschätzungen zu Wachstumsvorhersagen besonders von europäischen Krisenländern hervorgehen.

Berechnungen im eigenen Haus des IWF führten offenkundig zur teils katastrophalen Situation, die u.a. in Griechenland und Portugal vorzufinden ist.

Wo lag der Berechnungsfehler?
Um die Reaktion bzw. die weitere Entwicklungen einer Wirtschaft einzuschätzen, nachdem z.B. ein Sparprogramm auferlegt wird, verwenden Ökonomen den sog. fiskalischen Multiplikator. Dieser Wert gibt an, in welcher Größenordnung das Wirtschaftswachstum eines Landes zurück geht, wenn seine Regierung das Sparen beginnt. Je höher der Multiplikator desto größer sind die Auswirkungen auf die Wirtschaft.

Trotz Sparmaßnahmen eines Landes können dennoch nicht die notwendigen Ausgaben eingestellt werden. Ausgabenkürzungen wirken sich deshalb besonders auf die Konjunktur aus. Aufgrund der rückgängigen Wirtschaftsleistung, brechen dem Staat die Steuereinnahmen weg. Die Einnahmen sinken und am Ende steht eine erneute Schuldenaufnahme auf dem Plan, um die „Rechnungen begleichen“ zu können.

Der IWF ist mit seinen Berechnungen von einem zu optimistisch angesetzten fiskalischen Multiplikator ausgegangen. Mit anderen Worten: Die Ökonomen vom IWF haben Mist gebaut.

So konnte es z.B. geschehen, dass Griechenland in ein tiefes Loch der Rezession stürzte, da der Multiplikator des IWF schlicht zu niedrig kalkuliert wurde. Die Ergebnisse aus den falschen Berechnungen dienten letztendlich als Basis für die auferlegten Zwangs-Sparmaßnahmen. „Das hält Griechenland schon aus“. Dem war aber nicht so, die Haushaltskonsolidierungen folgten jedoch dem realen Multiplikator mit den in aller Welt sichtbaren Folgen.

Die Hellenen befinden sich derzeit in einem Abwärtsstrudel, der nur noch mit dem Durchschlagen eines Gordischen Knotens unterbrochen werden kann. Im Jahr 2010 wurde Griechenland das Sparprogramm auf Basis von IWF-Berechnungen auferlegt. Seit dieser Zeit ist die Schuldenlast des Haushalts zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 28 Prozentpunkte angestiegen. Die Länder Irland und Portugal haben zwischen mit einer um 25 Prozentpunkte angewachsener Schuldenbelastung zu kämpfen.

Die Konsequenzen aus dem IWF-Desaster?

„Man hat den Fehler erkannt und bereinigt“. Im IWF-Arbeitspapier geben die internen Experten zu erkennen, dass ihre „Expertisen“ zu deutlich schwächeren Wirtschaftswachstum führten als bisher geglaubt worden ist. Für „hausinterne Überraschungen“ hätten auch die enormen Rückgänge bei der Beschäftigtenanzahl und bei der Konsum- und Investitionsbereitschaft gesorgt. Es wird in Erwägung gezogen, die strengen Sparauflagen zu lockern.

Eine Handvoll Ökonomen sind in der Lage ganze Länder in den sicheren Ruin zu treiben und die Konsequenzen bleiben begrenzt, wie sollte man es auch anders erwarten, bei einem einfachen Fehlereingeständnis.

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