Schäuble geht mit ifo-Chef Sinn hart ins Gericht

Griechenland Pleite-

Die Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und dem Chef des Münchener ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, werden offen ausgetragen. „Milchmädchenrechnungen“ dürfe nur von „Milchmädchen“ durchgeführt werden.

Schäuble greift Hans-Werner Sinn an

Euro Crash
Streit um Griechenland Pleite

Hans-Werner Sinn wird von Wolfgang Schäuble scharf kritisiert. Anlass des Streits ist Sinns vorweg durchgeführte Berechnung, dass ein Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone für Deutschland weniger teurer käme, als ein Verbleib in der Währungsgemeinschaft.

Zur „Welt am Sonntag“ erklärte Schäuble, „ich finde, Milchmädchen dürfen Milchmädchenrechnungen vorlegen“, aber ein anderes Bild ergäbe sich bei Professoren. Der Finanzminister betont, dass die Autorität von akademischen Titeln und von wissenschaftlichen Instituten durch viel Geld vom deutschen Steuerzahler subventioniert werden. Hierbei wäre eine besondere Verantwortung verbunden.

Schäuble fechtet Sinns Berechnungen besonders am Punkt der gleichgesetzten Risiken zu den drohenden Haushaltsverlusten an. Der Ansicht des Finanzministers wäre der Ansatz nicht „sachgerecht“.

Schäuble findet wenig Rückendeckung – „Griechenland ist unrettbar“
Unionsfraktions-Vize Michael Fuchs will den Ausführungen Schäubles nicht Folge leisten und erklärte der Wirtschaftswoche, dass es für die griechische Regierung kein Geld mehr geben dürfe. Fuchs erklärt im Anschluss, „Griechenland ist nicht zu retten, das ist simple Mathematik“. Dieser Ansicht schließen sich immer mehr Abgeordnete der eigenen Fraktion mit an.

Fuchs ist der Überzeugung, dass die Verwaltung Griechenlands „weder willens noch in der Lage ist, die Reformen umzusetzen“. Der Widerstand gegen zusätzliche Finanzhilfen ist im Bundestag bereits von Abstimmung zu Abstimmung angewachsen.

Schäubles Polemik Anzeichen für Verzweiflung?

Der offene Angriff Schäubles auf Hans-Werner Sinn ist aggressiv, aber inhaltlich vollkommen leer.
Die Berechnungen des international anerkannten Wirtschaftswissenschaftlers als „Milchmädchenrechnung“ zu verurteilen ist pure Polemik. Gleichzeitig verzichtet der Bundesfinanzminister auf eine Richtigstellung sowie Gegenbeispiele, um seinen Angriff auch sachlich (!) zu untermalen.

„Verantwortung gegenüber Steuerzahler“ – Peinlich für Schäuble

Beinahe belustigend und peinlich zugleich ist Schäubles Ermahnung an Hans-Werner Sinn, die Steuergelder der Bundesbürger mit mehr Verantwortung zu würdigen.

An diesem Punkt wünschten sich sicher sehr viele Steuerzahler eine Gegenüberstellung der vom Finanzminister forcierten EU-Hilfspakete zulasten der Bundesbürger, gegenüber den tatsächlichen finanziellen Aufwendungen für die akademischen Einrichtungen in Deutschland.

Ein Skandal wäre es, wenn (alle) vom Steuerzahler subventionierten Professoren der Universitäten und Institute dem Tanz der deutschen EU-Politiker im gleichen Takt folgen würden.

Jeder investierte Euro, der dazu beiträgt den warnenden Finger gegen verantwortungsloses Handeln zu erheben, ist zigfach besser investiert, als in eine Investment Bank.

Bild: Gerd Altmann / pixelio.de

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