Schäuble bestätigt: Sparer-Enteignung in Eurozone selbstverständlich

Eurokrise-


Die Variante der „selbstverständlichen Sparerbeteiligung“ nach der Insolvenz einer Bank wurde nun auch vom Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) bestätigt. Die heftigen Kritiken an Dijsselbloems erster „Blaupausen-Version“ zur Zypern-Rettung scheinen reines Schauspiel gewesen zu sein.

Die Zypern-Rettungsschablone wird inzwischen eingerahmt

Sparerenteignung
Wenn der Prachtbau fällt muss der Sparer ran

Zuerst verbrannte sich Eurogruppen-Chef Dijsselbloem die Finger, nachdem er unmittelbar nach der Festlegung des Zypern-Rettungsprogramms von einer „Blaupause“ für künftige Rettungsmaßnahmen sprach. Prompt relativierte er seine Aussage aufgrund einhagelnder Kritik, die sogar aus seinen eigenen Reihen entsandt wurden. Die Kernaussage lautete anschließend, dass Zypern ein individueller Fall gewesen sei, der bei zukünftigen Rettungsprogrammen so nicht pauschal zum Tragen käme.

Dennoch sickerte nach und nach durch, dass es sich mit der ersten Aussage des Eurogruppen-Chefs um die richtige Variante gehandelt haben müsste. Eine Bestätigung folgte durch den Chef der niederländischen Zentralbank Klaas Knot. Demnach hat die Eurogruppe bereits Wochen vorher über die Beteiligung der Sparer und Anleger an Bankenrettungen diskutiert und offenbar mit Zypern eine Premiere gestartet.

Inzwischen hat die pauschale Beteiligung der Kontoinhaber bei der Bankenabwicklung einen festen Platz im geplanten „Abwicklungsregime“ gefunden, welches ein Bestandteil zum Paket der angestrebten Bankenunion sein soll. Nach einer Bankeninsolvenz sollen die Beteiligten nach einer Prioritätenliste abgearbeitet werden, bei der die Eigner der Bank an erster Stelle stünden, gefolgt von den Anleihenhaltern und letztendlich der Sparer. Die letzte Instanz würde der gemeinschaftliche Rettungsfonds ESM darstellen.

Der Begriff „Wendehals“ erhält eine neue Definition
Dass Dijesselbloems „hilflose“ Relativierung lediglich als Opium wirken sollte, dürfte inzwischen klar geworden sein. Stück für Stück, in jeweils geringeren Dosen, folgen weitere Bestätigungen einer selbstverständlichen Sparer-Beteiligung bei Bankenschieflagen. So auch jüngst Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), der lt. merkur-online.de (Samstag) der Wirtschaftwoche die künftige Enteignung der Anleger bzw. Einleger einer Bank bestätigte. Es müsse der „Normalfall“ sein, wenn ein Finanzinstitut in eine Schieflage geriet und an erster Stelle die Eigentümer sowie die nachrangigen Anleihegläubiger und dann die ungesicherten Anleger beteiligt würden. Es dürfe nicht sein, dass die Banken mit riskanten Geschäften „fette Gewinne“ machen, aber nach einem Scheitern der Allgemeinheit die Verluste aufbürden, so Schäuble.

Der Bundesfinanzminister verteidigte die ersten Aussagen des Eurogruppen-Chefs Dijsselbloem zu Zyperns Anlegerbeteiligung sowie deren „Vorlagen-Qualität“ und hielt die angesetzten Kritiken für ungerechtfertigt.

Tarifometer24.com – Tarife – News – Meinungen

Schreibe einen Kommentar

Wir benutzen Cookies für die Verbesserung der Nutzerfreundlichkeit. Durch Ihren Besuch stimmen Sie dem zu.