Russland und China in gemeinsamer Kampfansage gegen Afghanistan-Drogen

Anti-Drogen-Kampf-


Gemeinsam wollen Russland und China den Kampf gegen die Drogenlieferungen aus Afghanistan angehen. Die Kampfansage gegen Heroin und Opium dürfte der Regierung in Washington nur ein zähneknirschendes Lächeln hervorlocken.

Opium

Mit dem Vertreiben der Taliban begann in Afghanistan die neue Blütezeit des Opium-Anbaus

Russland und China halten das Schild der Terrorismusbekämpfung hoch

Moskau und Peking wollen Washington offenbar einen empfindlichen Seitenhieb verpassen und die Reaktion aus den USA dürfte höchstens „kleinlaut“ ausfallen und müsste sogar mit Applaus begleitet werden. Russland und China haben dem Drogenhandel aus Afghanistan den Kampf angesagt. Beide Länder wollen gemeinsam gegen den Zustrom von Opiaten aus dem zerrütteten Land im Nahen Osten vorgehen und damit dem Terrorismus etwas entgegensetzen.

Am Montag trafen Guo Shengkun, Mitglied des Staatsrates und Minister für öffentliche Sicherheit Chinas und der Chef der russischen Drogenkontrollbehörde Viktor Iwanow in Moskau zusammen. „Der Drogenhandelt nährt den Terrorismus. Wir müssen die Kooperation in dieser Sphäre ausbauen, weil sowohl China als auch Russland an Drogen afghanischer Herkunft leiden“, so Guo lt. Sputniknews (Montag) in Moskau.

Der Kampf gegen den internationalen Terrorismus ist das Leitmotiv der USA für die meisten Interventionen der vergangenen Jahre. Der Einsatz in Afghanistan diente vor allem dem Aufspüren versteckter „Terroristen“, nachdem die Vorherrschaft der Taliban gebrochen wurde. Gleichzeitig sah sich die rot-grüne Bundesregierung (unter Kanzler Schröder) dazu genötigt, Deutschland am Hindukusch zu verteidigen. „Unsere Sicherheit wird nicht nur, aber auch am Hindukusch verteidigt“, so der damalige Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) bei der Regierungserklärung am 11.03.2004.

Afghanistan ist bereits „traditionell“ eine Opium-Hochburg. Die Opium-Anbauflächen betrugen im Jahr 1986 rund 29 Hektar und stiegen bis zum Jahr 1999 auf rund 91 Hektar an. Der Opiumanbau in Afghanistan brach allerdings im Jahr 2001 vollständig ein. Zum Jahresende betrug die von Opium-Bauern genutzte Fläche nur noch rund 8 Hektar. Es war das Jahr, als die Taliban die Kontrolle über das Land erlangten.

Anschließend erfolgte die „Befreiung“ des Landes durch die USA und ihren Verbündeten. Die Taliban wurden zurückgedrängt und NATO sowie ISAF übernahmen, mit Beteiligung der Bundeswehr. Seit diesem Zeitpunkt erlebt die Opium-Kultur in Afghanistan eine beispiellose Blütezeit. Bereits im Jahr 2002 schossen die Opium-Pflanzen erneut in voller Pracht in die Höhe und bis zum Jahr 2007 ernteten die Bauern von einer Fläche mit rund 193 Hektar ab. Zum Jahresende lagen die Erträge bei ca. 8.200 Tonnen Opium.

Offenbar verfügten die rudimentär ausgestatteten Taliban über eine ausgefeiltere Taktik, um dem Opium-Treiben im Land ein jähes Ende zu bereiten, während die technisch hochgezüchtete und im Anti-Drogen-Kampf so engagierten USA offenbar orientierungslos im Land umherirrten. Wie anders könnte sonst der heutige Anteil von rund 80% des weltweiten Opiumhandels erklärt werden?

Der von Moskau und China geplante Anti-Drogen-Kampf mit den Opium-Quellen Afghanistan ist ein brillanter Schachzug. Lauter Protest aus Washington würde nur entlarvent wirken und die eigentlichen Aufgaben der US-Armee samt Verbündeter im besetzten Afghanistan offenlegen.





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