Ruhe vor dem Sturm? Euro-Krise zwischen Entspannung und Zuspitzung

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Derzeit ist bezüglich Krisenmanagement nicht sehr viel zu hören aus Brüssel und dem „restlichen“ EU-Raum. Die Ruhe vor dem Sturm? Der Boden untern den Füssen der Steuerzahler und Sparer scheint wärmer zu werden. Im Untergrund braut sich etwas zusammen.

Euro Frage

Das Rätselraten um das richtige Rezept geht auf Kosten Dritter unvermindert weiter

Euro-Dilemma: Beschwichtigen contra Warnen

Worte der Beruhigung von der einen Seite, meistens aus Berlin und Brüssel, sowie warnende Zeigefinger von der anderen Seite, in der Regel von Ökonomen aus allen Himmelsrichtungen. Es gebe bereits positive Zeichen aus Portugal, Spanien und Irland. Die Euro-Krise scheint also langsam aber sicher abzuebben. Offenbar ein politisches Kalkül, denn die Stimmen über eine sich zuspitzende Finanzkrise lassen sich immer weniger unterdrücken.

Die Probleme der Krisenländer bestehen aus erdrückenden Schulden. Den Ländern wurde mit Milliardenkrediten „geholfen“ und deren Schulden somit gleichzeitig erhöht. „Aber zu sensationell günstigen Konditionen“, lautet das bereits abgedroschene Gegenargument. Griechenlands Schulden steigen unvermindert an. Die Hellenen sind längst de facto insolvent. Sogar Frankreich zieht weit über das „Erlaubte“ hinaus und Deutschland steht mit rund 2 Billionen Euro Haushaltsschulden nur etwas mehr mit dem Kopf über der Wasseroberfläche.

Otmar Issing, ehemaliger Chef-Volkswirt der Europäischen Zentralbank (EZB), sieht die Probleme in der über die Jahre verschleppten aber dringend notwendigen Reformen noch vor der Krise. Die Finanzkrise habe die Schwächen aufgedeckt. „Glaubwürdige Konzepte für strukturelle Reformen und Konsolidierung der öffentlichen Haushalte weisen den Weg aus der Krise“, so Issing im Interview mit der Rheinischen Post (Donnerstag).

Der Ökonom hält die Einheitswährung als nicht gefährdet, jedoch die Mitgliedschaft einzelner Länder innerhalb der Eurozone. Zu einer Auflösung des Euros dürfe es nicht kommen, da auch Deutschland ein Interesse am Fortbestand der Gemeinschaftswärung habe, so Issing.

„Griechenland ist längst bankrott“ und die Frage lautete nur noch, wie lange das Land noch weitere Hilfen erhält, obwohl keine Verpflichtungen eingehalten worden seien, stellte der Ökonom fest.


Wenn sich die Euro-Länder darin einigten, welche „befugten“ Personen nun den geplanten Stresstest durchführen dürfen, könnte damit begonnen werden, den großen Finanzhäusern auf den Zahn zu fühlen. Offenbar stellen sich die Banken quer und verweigern die Angaben über die tatsächlichen Bestände aus hochexplosiven faulen Papieren. Im Rahmen der Bankenunion will die EZB die realen Zustände der Bilanzen herausfinden.

Scheinbar werden bereits heute desaströse Ergebnisse erwartet. Ansonsten gäbe es keine Veranlassung, den Euro-Staaten die Pistole auf die Brust zu drücken, um vorweg eine Zusage für die Deckung der „überraschenden“ Finanzlücken zu erzwingen.

Auf Europas Steuerzahler und Sparer können noch derbe Ereignisse zukommen. Von einer Beruhigung in der Eurokrise ist nichts zu sehen.

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