Rettung Portugals Pleite-Bank kostet deutschem Steuerzahler viel Geld

Bankenkrise Portugal-


Die Rettung der Banco Espirito Santo kommt teuer zu stehen und wird auf indirektem Wege auch dem deutschen Steuerzahler aufgebürdet. Der Staat Portugal will für die Finanzierung von 4,9 Mrd. Euro neue Gelder aufnehmen und vom noch verfügbaren Kapital der alten Rettungspakete zehren.

Banken

Wieder steht der Steuerzahler im Eurosystem gerade für eine marode Bank

Die Retter der Banco Espirito Santo befinden sich auch in Deutschland

Wieder einmal ist der Staat, der für die Umtriebe und Verluste einer Großbank gerade stehen muss. Wenn der „Staat bezahlt“, ist immer der Steuerzahler gemeint, auch wenn der Zahlmeister nicht beim Namen genannt wird.

Das Krisenhaus Banco Espirito Santo (BES) zerfiel mit den einleitenden Zahlungsausfällen seiner Töchter Stück für Stück. Am Ende blieb nur noch das ausgefranzte Mutterunternehmen übrig und muss nun mit Hilfe einer kräftigen Finanzspritze vor der eigentlich fälligen Abwicklung bewahrt werden. Die Abwendung des vollständigen Zusammenbruchs gelingt offenbar nur mit einer Stütze in Höhe von 4,9 Milliarden Euro.

Die „Rettungsmannschaft“ wurde u.a. von der Zentralbank Portugals in Lissabon geleitet und diese gab am Montag den Rettungsplan bekannt. Eine Finanzhilfe soll nun den Untergang der traditionsreichen Bank abwenden und gleich darauf eine Bereinigung von faulen Geschäften erfolgen.

Offenbar ist die Furcht vor einem Bankenrun sehr groß. Die Gelder der Anleger und Sparer sollen verschont bleiben. Die Erklärung, der Staat bliebe ebenfalls ohne jegliche Belastungen, hinkt jedoch kräftig. Zwar soll der im Jahr 2012 unter Anweisung der „Rettungs-Troika“ gegründete Abwicklungsfonds für die Finanzspritze aufkommen, aber die derzeit verfügbaren 380 Millionen Euro stellen nur einen Bruchteil der benötigten Summe dar.

Der deutsche Steuerzahler darf für Portugals BES gerade stehen

Prompt kommt der Staat im Rettungsprogramm für die BES doch ins Spiel. Portugal will sich zusätzliches Geld leihen und die noch von der Troika (Europäische Zentralbank, Internationale Währungsfonds, EU-Kommission) zugesprochenen verfügbaren Mittel der alten Finanzhilfen verwenden. Somit kommt primär nicht der portugiesische Steuerzahler für die Misere der BES auf, sondern die Geldgeber der „Euro-Rettungsgemeinschaft“, also auch mit einem Löwenanteil der deutsche Steuerzahler.

Die Bank selbst ist nicht mehr in der Lage, auch nur einen nennenswerten Betrag aus dem Eigenkapital beizusteuern. Die Verluste im ersten Halbjahr 2014 beliefen sich auf 3,6 Milliarden Euro. Die Kernkapitalquote ist aufgezehrt und befindet sich sogar unter dem von der Europäischen Zentralbank (EZB) vorgegebenen Wert für den normalen Geschäftsbetrieb.

Aktionäre und somit Teilhaber der Bank dürfen sich auf herbe Verluste vorbereiten. Der Finanzdienstleister Bloomberg berichtete, dass die Banco Espirito Santo am 04. August von den Handelsplattformen der Börsen verschwinden wird. Die Aktieninhaber blieben auf ihren ehemaligen Werten sitzen.





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