Für Rettung der NordLB weitere Steuergelder im Visier?

Bankenkrise –


Rund um die wankende NordLB werden nun neue Pläne geschmiedet, wie die Landesbank über Wasser gehalten werden könnte. Wieder stehen Steuergelder im Mittelpunkt der Rettungsstrategien. Dient HSH Nordbank als Blaupause?

Geldschatulle

Notfallplan: Ohne weiteres Kapital droht der NordLB die Abwicklung

Öffentlich-rechtliche Institutionen sollen weiteres Kapital einbringen

Rund um die NordLB scheint es nun ans Eingemachte zu gehen. Die sichtlich angeschlagene Bank der Länder Niedersachsen (59,13 %) und Sachsen-Anhalt (5,57 %) sowie der Sparkassenverbände Niedersachsen (26,36 %), Sachsen-Anhalt (5,28 %) und Mecklenburg-Vorpommern (3,66 %) braucht dringend frisches Geld. Die Anfang November 2018 veröffentlichten Ergebnisse des Bankenstresstests der Europäischen Zentralbank (EZB) haben es eigentlich angekündigt. Das Schlusslicht der deutschen Banken bildete die NordLB mit einer fiktiven Kernkapitalquote von nur noch 7,07 Prozent nach der angesetzten Krisensimulation bis zum Jahr 2020.

Die achtgrößte Bank im Bundesgebiet mit einer Bilanzsumme von 175 Milliarden Euro Ende 2016 ist auf weiteres Kapital angewiesen. Ziel sei es nun, die NordLB vor dem gleichen Schicksal zu bewahren, wie es der HSH Nordbank widerfahren ist. Die Landesbank der Länder Hamburg und Schleswig-Holstein wurde nach Milliarden-Zuschüssen aus Steuermitteln final zu einem Schnäppchenpreis an private US-Investoren verscherbelt.

Nun wird zur Rettung der NordLB „Plan B“ ausgepackt. Dieser sieht weitere Kapitalspritzen von mehreren öffentlich-rechtlichen Instituten vor, so Handelsblatt (Dienstag). Diese Institute würden somit zu weiteren Anteilseignern der NordLB werden. Damit werden vom „Rettungsteam“ also weitere Steuermittel ins Visier genommen. Derzeit führe das Management der Landesbank mit mehreren Investoren Verhandlungen, um diese zum Einstieg und somit zur Verabreichung der notwendigen Kapitalspritzen zu bewegen. Der Finanzminister Niedersachsens, Reinhold Hilbers (CDU), gab sich gegenüber Handelsblatt zuversichtlich, dass es schon bald zu einer Entscheidung komme. Für die Lösung über eine öffentlich-rechtliche Beteiligung sei Hilbers weiterhin offen.

Die NordLB selbst gab sich hinsichtlich ihres Berichts über das Kapitalmarktgeschäft 2018 sehr optimistisch. Im vergangenen Jahr sei „eine ganze Reihe interessanter und auch innovativer Deals abgeschlossen“ worden. Dr. Hinrich Holm, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der NordLB, betonte, dass man im Jahr 2019 an diese Erfolge anknüpfen wolle.

Im Gegensatz zur HSH Nordbank ist die NordLB aus dem Zenit der sog. Finanzkrise mit relativ geringen Blessuren herausgekommen. Doch in einen ihrer Hauptgeschäftsfelder hat die NordLB im wahrsten Sinne des Wortes Schiffbruch erlitten. Das Engagement in Schiffsfinanzierungen artete vor allem im Jahr 2012 zu einem Desaster aus und die Schiffsbranche scheint letztendlich auch „nachhaltig“ untergegangen zu sein.


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