Reichtum der Privatpersonen ist die Armut der Massen

Armut & Reichtum-


Augenwischerei und Irreführung durch wohlklingende Zahlen der Statistiken. Da die Menschheit immer reicher werde, könne es eigentlich ein Anwachsen der Armut nicht geben. Schon gar nicht innerhalb der fortgeschrittenen Industrienationen. Die Mehrheit der Deutschen müsste sich eigentlich auf den Arm genommen fühlen. Doch bevor ein Hauch von Misstrauen gegenüber den servierten Appetithappen aufkommen kann, wird die Aufmerksamkeit durch die Erzeugung von Neid und Missgunst erfolgreich abgelenkt.

Armut & Reichtum

Darstellung von Reichtum: Das schräge Verhältnis zum Medianwert in den Statistiken

Wachsendes Vermögen contra steigende Armut

Vor wenigen Tagen brachten die Untersuchungsergebnisse der Schweizer Bank Credit Suisse eine Verdoppelung des weltweiten Privatvermögens innerhalb der letzten 13 Jahre hervor. In Deutschland besäßen die Bürger mit Stand 2012 demnach im Schnitt rund 154.000,- Euro. Die Bewohner der Euro-Krisenländer Italien, Spanien und Zypern können sich über einen deutlich höheren Vermögensstand freuen. Das verrieten die „Hochrechnungen“ der Europäischen Zentralbank (EZB) vom April 2013.

Die Studienergebnisse der Credit Suisse sollen wohl ein weit verbreitetes Missverständnis aus der Welt schaffen. Alles gut wie es scheint. Die institutionellen Teilnehmer an den Finanzmärkten haben mit ihren selbst geschaffenen Problemen zu kämpfen und der Bürger braucht sich überhaupt keine Sorgen darüber zu machen. Er steht außen vor und konnte sein Vermögen seit 2000 sogar verdoppeln. Alleine im Zeitraum zwischen Mitte 2012 und Mitte 2013 wuchs der Vermögensstand der Privatpersonen um 4,9 Prozent an. Somit hat die Finanzkrise überhaupt keine negativen Auswirkungen auf den Wohlstand der Bürger. Die Botschaft wurde soweit verstanden.

Diese Statistiken vermeiden jedoch tunlichst ins Detail zu gehen. Das Ansetzen des Mittelwertes wird vom durchschnittlichen Verbraucher ebenso gut verstanden wie der Effekt einer exponentiellen Zinseszins-Entwicklung. Dabei ist der Mittelwert (Medianwert) keinesfalls der allseits beliebte Durchschnittswert und wenn der Mittelwert der deutschen Privatvermögen bei rund 54.000,- Euro angesetzt ist, dann sagt das lediglich aus, dass eine Hälfte mehr und die andere Hälfte weniger besitzt. Das gilt auch für die „viel reicheren“ Bürger anderer in den Statistiken erfassten Länder.

Damit würden auch alle Bürger der oberen Hälfte angehören, sollten sie auch nur einen Euro mehr besitzen, doch ist dieser kaum vermögender als der Verbraucher mit lediglich einem Euro weniger als der Medianwert. Sähe man in der Aufstellung genauer in den oberen Bereichen, so bliebe lediglich eine Hand voll „schwer Reicher“ gegenüber der breiten Masse im unteren Ende. Rund die Hälfte des gesamten deutschen Privatvermögens wird von nur 10 Prozent der Bevölkerung besessen. Von der anderen Seite betrachtet besitzt die untere Hälfte der deutschen Haushalte lediglich 1 Prozent des gesamten Privatvermögens.

Die Zahlen galten für das Jahr 2008 und gingen aus dem Armutsbericht von 2012 hervor, noch bevor dieser von der Bundesregierung etwas kaschiert wurde. Der Vermögenszuwachs lt. Credit Suisse Berechnungen dürfte zu einem weiteren Auseinanderdriften zwischen der Spitze der Habenden und dem großen Sockel der Armutsgefährdeten geführt haben.

Doch auch der Bürger mit weniger Interesse an Finanzmärkten und dem politischen Alltag müsste die Lunte eigentlich riechen. „Da kann etwas nicht stimmen“. Dieser Verdacht beträfe immerhin den größten Teil der Bevölkerung. Doch die Medien haben sich darauf konzentriert, den Missstand der Vermögensverhältnisse gegenüber den „reichen“ Krisenländern an den Pranger zu stellen, statt die Zahlen einfach kritisch zu betrachten und diese der Realität gegenüber zu stellen.

Ein weiteres Missverständnis – Die Rettungs-Milliarden für die „Griechen“

Wenn die bisher geflossenen Rettungsmilliarden für Griechenland bis zur Endstation nachverfolgt würden, so bräuchte man Deutschland nicht zu verlassen. Die Gelder werden über Athen lediglich durchgeschleust, dort als neue Schulden verbucht und schnurstracks gen Nord-Europa zurückgeschickt. Dort sitzen die EZB und weitere Gläubiger, also vor der Haustüre. Das Anleihen-Rückkaufprogramm Griechenlands, ein Diktat aus Brüssel, zeigte das Prinzip mehr als deutlich auf. Traumrenditen trotz Schuldenschnitt für ehemalige Anleiheninhaber, natürlich über die Quellen der Steuerzahler finanziert.

Die neuen Schulden Athens sind das Elend der griechischen Bevölkerung. Europa hat sich trotz der angepriesenen Vermögenszuwächse der Privatpersonen in ein Armenhaus gewandelt, so die Untersuchungsergebnisse von International Federation of Red Cross Crescent Societies (IFRC). In 42 untersuchten Ländern sind demnach 120 Millionen Menschen armutsgefährdet. Während in dem Jahr vor Mitte 2013 das Privatvermögen weltweit um 4,9 Prozent (statistisch) anstieg, mussten in den letzten drei Jahren 75 Prozent mehr Menschen in 22 europäischen Ländern mit Nahrungsmitteln versorgt werden. Sie konnten ihr Essen nicht mehr bezahlen.

Auch im „reichen“ Deutschland, wo die Privatpersonen rund 10 Billionen Euro besitzen sollen, konnten mehr als 1,2 Millionen Bürger nicht mehr von der Entlohnung ihrer Arbeit leben. Die Politik der Mini-Jobs und Niedriglohneinkommen trägt bereits üppige Früchte. Beinahe 600.000 Deutsche waren auf Hilfe Dritter angewiesen, da selbst die gesetzl. Sozialversicherungen nicht ausreichten.

Doch die Statistik spricht von einem Vermögen in Höhe von mehr als 54.000,- Euro für jeden, ist doch alles in Ordnung.

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