Reallöhne gegenüber Jahr 2000 noch negativ

Lohnentwicklung Deutschland-


In Deutschland gibt es in den Einkommens- und Vermögensverhältnissen eine noch weit offen stehende „Doppel-Schere“. Die Reallöhne sind liegen noch unter dem Wert vom Jahr 2000, Tariflöhne konnten im Plus zulegen und die Gewinne der Unternehmen ließen jegliche „Zuwachs-Konkurrenz“ hinter sich.

Ungeregelter Niedriglohn-Sektor hatte das Nachsehen

Realeinkommen
Nach 12 Jahren weniger Geld in der Tasche
Bild: Wilhelmine Wulff / pixelio.de

Das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung hat tief im eigenen Archiv gegraben und die Zahlen zu den Lohn- und Einkommensentwicklungen zurück bis ins Jahr 2000 hervorgeholt. Anschließend berechnete das WSI die realen Löhne gegenüber der Teuerungsrate in den letzten 12 Jahren.

Im Schnitt hätten die Menschen heute einen um 1,8 Prozent niedrigeren Reallohn als noch im Jahr 2000 und lägen deutlich hinter den Vermögens und Gewinneinkommen zurück. Obwohl in den letzten drei Jahren für Arbeitnehmer die Reallöhne (zwischen 0,6 und 2 Prozent) angestiegen sind, konnte das Plus die deutlichen Verluste aus den Vorjahren noch nicht ausgleichen.

Verantwortlich für eine schwache Lohnentwicklung wären die Deregulierung am Arbeitsmarkt und schwierige wirtschaftliche Rahmenbedingungen gewesen. Hartz-Reformen erhöhten den Druck auf die Verdienste zusätzlich und der Sektor Niedriglohn nahm zu.

Dennoch sei der Abstand bis zu einem positiven Reallohn geringer geworden. Im Jahr 2009 hätten die realen Bruttolöhne sogar noch um 4,6 Prozent niedriger gelegen als 2000.

Eine andere Entwicklung stellte das WSI bei den Tariflöhnen und – gehältern fest. Im Jahr 2012 lagen sie gegenüber 2000 um 6,9 Prozent höher. Darüber hinaus sei in den meisten Jahren des Zeitraums eine negative Lohndrift festzustellen. Die Bruttoeinkommen, in der mitunter die nicht tariflich geregelten Löhne mit einfließen, blieben hinten den Entwicklungen der tariflichen Einkommen zurück.

Vermögen und Gewinne der Unternehmer zeigen völlig anderes Bild
Die Einkommen aus Unternehmens- und Vermögensgewinne hätten die Einkommen durch Arbeit seit 2000 deutlich hinter sich gelassen. Nominal legten diese Gewinne lt. Berechnungen des WSI nominal um rund 50 Prozent zu, obwohl es einen erheblichen Einbruch im Krisenjahr 2009 gegeben hatte. Gleichzeitig wuchsen die nominalen Arbeiterentgelte lediglich um 24 Prozent.

„Wir sehen derzeit deutlich, wie wichtig eine solide Binnennachfrage für unsere wirtschaftliche Stabilität ist. Eine deutliche Stärkung der Massenkaufkraft durch höhere Löhne ist dafür unverzichtbar“, erklärte Dr. Reinhard Bispinck, Leiter des WSI-Tarifarchivs und betonte, dass diese Entwicklung schlecht sei für Deutschland.

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