Rating: „Hauen & Stechen“ zwischen Slowenien und das Moody’s -Fitch Duo

Slowenienkrise-


Sloweniens Regierungs-Chefin Bratusek ist „stink-“ sauer auf die US-Ratingagentur Moody’s. Der Bonitäts-Schätzer drang mit der Ratingabstufung der Bonität des Landes in das bereits laufende Anleihen-Auktionsprogramm ein wie ein Platzregen in die „schönste Hochzeitsfeier“. Die „Schätzer-Kollegen“ von Fitch stießen am Freitag in eine sichtlich gute Gelegenheit und senkten ihr Rating zum Euro-Land gleich um eine Stufe ab.

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Augenscheinlich ist die slowenische Regierung mit Moody’s gefällter Entscheidung, die Kreditwürdigkeit des Landes herab zu setzen, ganz und gar nicht einverstanden. Die US-Ratingagentur stufte Sloweniens Bonität am 30. April 2013 um zwei Stufen nach unten und heftete das Etikett „Ba1“ an. Das entspricht beinahe der Qualität von „Ramsch“.

So wie es aussieht ist Sloweniens Ministerpräsidentin Alenka Bratusek nicht über die grundsätzliche Abstufung „erbost“, sondern vielmehr um das äußerst „ungeschickte“ Timing der Bonitätsabstufung. Auch für Moody’s dürfte es keine „überraschend“ neue Situation um Sloweniens Situation gegeben haben, da die Agentur bereits bei der vorherigen Abstufung Anfang August 2012 einen „Warnschuss“ abgab und eine weitere Reduzierung in Aussicht stellte.

Slowenien startete am 29. April, mit vorheriger Ankündigung, eine Anleihenauktion, um an das dringend benötigte frische Kapital zu kommen. Dafür wurden Dollaranleihen im Wert von rund 2,7 Milliarden Euro aufgelegt. Die Bekanntgabe der Bonitätsabstufung durch Moody’s platzte wie eine Bombe mitten in der laufenden Auktion. Aufgrund dessen zog Slowenien erst einmal die Notbremse und setzte die Ausgabe der Anleihen für die nächsten 48 Stunden aus.

Am Ende konnte das verschuldete Euro-Land zwar noch erfolgreich fünf- und zehnjährige Anleihen an den Mann bringen und die erhofften 2,7 Milliarden Euro einspielen, jedoch mit etwas erhöhten Renditen. Für das Land wurde es somit teurer. Die Regierungs-Chefin Bratusek reagierte entsprechend erbost und forderte, dass eine Ratingagentur niemals das Recht haben sollte, so etwas zu tun.

Noch vor der Ausgabe der Anleihen wäre die slowenische Regierung mit Moody’s in Kontakt getreten und dabei hätte es keinerlei Anzeichen für eine bevorstehende Abstufung der Kreditwürdigkeit gegeben.

Bratusek hatte bereits in ihrem Statement im April weitreichende Maßnahmen in Aussicht gestellt, um das Haushaltsproblem ihres Landes zu beseitigen. Nachdem die Anleihenausgabe doch noch „mit einem blauen Auge“ über die Bühne ging, wurde bereits eine gute Woche später ein Sparpaket vorgelegt, in dem u.a. die Anhebung der Mehrwertsteuer und der Verkauf von Staatsbesitz für den Ausgleich der fehlenden Milliarden sorgen sollen.

Im „Hintergrund“ lauern jedoch noch die Banken des Landes, die nach Einschätzungen der Agentur Fitch einen Rekapitalisierungsbedarf von rund 2,8 Milliarden Euro vorweisen. Dies war u.a. eine Begründung für Fitch, die Bonität Sloweniens am Freitag um eine Stufe abzusenken.

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