Pure Lobbyarbeit – „Nicht funktionierende Märkte wegen Liquiditätsmangel“

Finanzmärkte-


Ein Musterbeispiel von Lobbyarbeit. „Warum die Märkte aus den Fugen geraten sind“.
Die Finanzmärkte drohen außer Kontrolle zu geraten und Schuld daran seien u.a. die neuen Regulierungen der Banken sowie ein Mangel an Liquidität. Der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, David Folkerts-Landau, klagt über einen nicht mehr funktionierten Finanzmarkt, aber will dennoch einen „rasanten Aufstieg“ des Dax erkennen.

Deutsche Bank

Mitverursacher der Krise gibt sich als Opfer der Finanzkrise aus

Liquiditätsmangel wegen fehlender Banken als Market Maket

Die Börsen weltweit erlebten in den vergangenen Tagen einen mehrfachen Absturz in mehreren Schüben. Als „Epizentrum“ wurden die Märkte in China identifiziert und die in die gesamte Welt abgeschickte Welle erfasste die europäischen Handelsplätze und final auch die Wall Street in Übersee.

Die Abfolge von tiefen Stürzen, kurzen Erholungsphasen und weiteren Abstürzen sei kein Zufall. Der Finanzmarkt funktioniert nicht mehr, so Folkerts-Landau im Interview mit Spiegel-Online (Mittwoch). Nicht „fundamental ökonomische Veränderungen“ seien der Auslöser für die Börsenkrisen, sondern der „Zusammenbruch des normalen Marktmechanismus“. Die Märkte seien grundlegend angeschlagen. „Es gibt nicht genügend Liquidität“, so der Chefvolkswirt.

Nach der Finanzkrise wurden die Banken in Europa sowie in den USA durch schärfere Regulierungen stark eingeschränkt. Das betreffe vor allem den Handel der Institute auf eigene Rechnung, so Folkerts-Landau. An den Märkten fehlten nun diese Banken als wichtige Akteure und dies resultierte in einen Liquiditätsmangel. Den Märkten fehlten nun die Banken als sog. „Market Maker“, die mit ihrer Liquidität kaufen könnten, wenn „sonst keiner mehr kauft“. In einem solchen Fall rutsche man in eine „Kaskade des Versagens, und die Märkte geraten außer Kontrolle“, so der Chef-Ökonom der Deutschen Bank.

Wenn die Banken keinen Eigenhandel mehr betreiben dürfen, dann werden die Marktanteile vielleicht von den Schattenbanken, wie z.B. Hedgefonds, übernommen. Man könne davon ausgehen, noch viele solcher Marktkrisen durchleben zu müssen. „Und wir müssen uns fragen, wie wir mit solch instabilen Märkten umgehen“.

Dennoch prophezeit der Chefvolkswirt steil ansteigende Werte an den deutschen Handelsplätzen. Folkerts-Landau erwartet in den kommenden 18 Monate eine Steigerung des Dax um 20 Prozent.

Sind Märkte nur dann funktionsfähig wenn die Kurse steigen?

Seit Jahren pumpen die großen Notenbanken der Welt eine Milliarden-Summe nach der anderen in die Märkte, aber lt. dem Chef-Ökonomen der Deutschen Bank gerieten die Finanzmärkte aufgrund Liquiditätsmangel aus den Fugen.

Die Botschaft des Chefvolkswirtes der Deutschen Bank ist klar. Erhielten die Banken nicht ihre volle gewollte Handlungsfähigkeit für die Finanzmärkte zurück, dann sei der Schaden durch unkontrollierbare Märkte nicht mehr abzuwenden. Indem die Politik den Banken Eisenkugeln „nach der Finanzkrise“ (wann endete die Krise eigentlich?) ans Bein banden, machten sie den Weg frei für die „sehr gefährlichen“ Hedgefonds und andere Schattenbanken-Konstrukte. Ganz so, als wenn die Banken mit der Krise eigentlich nichts zu tun gehabt hätten, da ihr Handeln in eigener Rechnung schließlich für einen funktionierenden Markt sorgte.

Sind die Finanzmärkte inzwischen zu zwangsläufigen Einbahnstraßen geworden? Solange jemand kauft und die Kurse steigen, sind die Märkte scheinbar funktionstüchtig. Stehen mehr Verkäufer als Käufer auf den Plattformen scheint dieser Zustand nach dem Verständnis des Chefökonomen bereits eine Krisensituation zu sein. Fallende Kurse seien „folgerichtig“ außer Kontrolle geratene Märkte.

Die Märkte geraten regelmäßig außer Kontrolle. Schuld daran sei der Mangel an Liquidität durch die „Knebelung“ der Banken. Dennoch wird der Dax in den kommenden 18 Monaten voraussichtlich um 20 Prozent in die Höhe steigen. Passt nicht gerade nahtlos zusammen.





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