Prüfung Goldreserven: Druck auf Bundesbank wächst

Deutsche Goldreserven-


Die Bundesbank wurde vom Bundesrechnungshof dazu aufgefordert, die im Ausland gelagerten deutschen Goldreserven auf Echtheit und Gewicht zu überprüfen. Es müsse nun eine Bestandsaufnahme veranlasst werden.

Bundesbank und Rechnungshof einigten sich auf „Stichprobe“

Goldreserven
Zweifel an dt. Goldreserven

Der Wirbel um die verweigerte Inspektion der deutschen Goldreserven in den Notenbanken Großbritanniens und Frankreichs zeigte bereits Wirkung. Der Bundesrechnungshof hat mit einem Schreiben an den Haushaltsausschuss des Bundestags nun die Bundesbank dazu aufgefordert, die Goldbestände im Ausland aufzunehmen und auch in der Zukunft regelmäßige Kontrollen durchzuführen. Diese sollen in regelmäßigen Zeitabständen über stichprobenartige Inventuren an Ort und Stelle vorgenommen werden.

Der Rechnungshof sieht diese Maßnahmen als erforderlich an, da der Wert der Goldbestände in den ausländischen Notenbanken inzwischen einen hohen Wert angenommen hätte und darüber hinaus in der Vergangenheit weder durch die Bundesbank, noch durch einen beauftragten unabhängigen Prüfer je eine Kontrolle auf Gewicht und Echtheit der Goldreserven vorgenommen wurde.

Die Bundesbank hält jedoch dagegen, dass an der „Integrität der ausländischen Lagerstellen“ keine Zweifel bestünden. Die Neue Osnabrücker Zeitung (NOZ) (Montag) zitierte die Stellungnahme der Bundesbank, die feststellte, dass es sich bei den Notenbanken um Partner von allerhöchster „Reputation und Bonität“ handelte. Es würde jede Grundlage entbehren, an der Zuverlässigkeit zu zweifeln. Dazu könnte der Mangel an Vertrauen erhebliche politische Implikationen verursachen.

Jährlich würden von den drei ausländischen Notenbanken die Bestandsbestätigungen an Gold in Feinunzen eintreffen. Diese Erklärungen dienten als Grundlage für die Bilanzierung der Goldreserven. Weiter erklärte die Notenbank, dass die vom Bundesrechnungshof geforderten Kontrollen nicht den „Usancen zwischen Notenbanken“ entsprächen. Der Nachweis über die ausgelagerten Goldreserven wäre mit den bisherigen Verfahren und Unterlagen vollständig und nachvollziehbar erbracht.

Offenbar einigten sich der Rechungshof und die Bundesbank auf eine Rückholung von geringen Goldmengen nach Deutschland, um deren Beschaffenheit, wie Gewicht und Material, zu prüfen.

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser – Mit Blick auf Wolfram

Im Prinzip will die Bundesbank mit ihrem Statement die „Etikette wahren“ und einem „vertrauenswürdigem Partner nicht durch vermeintlich kompromitierenden Fragen brüskieren“. Der Privatkunde einer Bank würde demnach die Geschäftsleitung beleidigen, wenn er mal einen Blick ins Schließfach werfen wolle.

Um die angewachsenen Zweifel an den Bestand der deutschen Goldreserven in Paris, London oder New York zu mindern, wäre bereits ein Schweigen besser gewesen als dieses Bekennen zum dauerhaften Vertrauensvorschuss. Zerlegte man die zugesprochenen Eigenschaften wie „Reputation und Bonität“ in ihre sinngemäßen Bestandteile, bliebe vom Wahrheitsgehalt nur noch der oberflächlich getragene Kravattenanzug übrig.

Ganz nach dem Motto: „Die größten Gauner dieser Welt tragen Nadelstreifen“.

Charles de Gaulle, französischer Staatspräsident von 1959 bis 1969, holte noch im Rahmen aller Möglichkeiten des Bretton-Woods-Systems (goldhinterlegter US-Dollar), die Bestände von New York nach Paris zurück, noch bevor das System 1973 zusammenbrach. Die USA war schlicht nicht mehr in der Lage, die inzwischen eingereichten US-Dollar Mengen in Gold einzutauschen. Alleine die Aufforderung de Gaulles im Jahr 1968, die Reserven nach Frankreich zu verschiffen, löste eine handfeste Krise aus. 1971 trennte der damalige US-Präsident Richard Nixon die Bindung zwischen Gold und dem Dollar.

Zumindest könnte dieser Zeitraum als „potenzieller Eckpunkt“ für die „Zweckentfremdung“ der Goldreserven anderer Staaten plausibel werden.

„Den Wolfram-Markt im Auge behalten“
Wolfram gilt als das „geeignetste Material“ Gold quasi zu strecken. Im Inneren eines Goldbarrens fällt es erst nach eingehender Untersuchung auf. Nachdem Pimco die Privatanleger bereits vor einer „Gold-Blase“ warnte und die Allianz eine durch Privatinvestoren verursachte Immobilienblase befürchtet, wäre eine „Warnung“ vor der Investition in den Rohstoff Wolfram ein Indiz dafür, dass mit einer nicht unerheblichen Menge der Goldreserven „etwas nicht stimmen könnte“.

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