Prognosen Weltkonjunktur: IWF wird seiner Rolle als Quiz-Master gerecht

Weltkonjunktur-


Die weltweite Konjunktur richtet sich nicht nach den vom Internationalen Währungsfonds aufgestellten Regeln. Aus diesem Grund reagierte der IWF mit einer Neuaufstellung der Prognosen zur Weltwirtschaft bis Ende 2014.

Ratlosigkeit

Unverstandene Phänomene: Kein Konzept für den Weg aus der Finanzkrise, aber Prognosen stellen

IWF-Statistiken haben eine sehr geringe Halbwertszeit

Mit einer Regelmäßigkeit werden Prognosen über die zukünftige Konjunktur erstellt, um sich offenbar eine Vorlage für notwendige Korrekturen zu schaffen. Die Vorhersagen des Internationalen Währungsfonds (IWF) können als Grobschnitzereien mit angewandtem Endlos-Feinschliff betrachtet werden. Die realen Entwicklungen in der Weltwirtschaft passen sich den (gewünschten?) Erwartungen nicht an. So sah sich der Währungsfonds abermals gezwungen, Hand an die eigens aufgestellten Zahlen zu legen.

Der IWF spielt im globalen Finanzsystem eine zentrale Rolle und ist als Mitglied der Troika in der Eurozone besonders stark engagiert. Griechenland kennt das „Dreier-Gespann“, zu der auch die EU-Kommission sowie die Europäische Zentralbank (EZB) gehören, nur allzu gut. Mit den Vorhersagetreffern zur wirtschaftlichen Entwicklung Griechenlands lieferte der IWF sein bisheriges „Meisterstück“ ab.

Wirtschaft ignoriert IWF-Prognosen

Die Wachstumsprognosen zur Weltwirtschaft wurden vom IWF wiederholt gesenkt. Bisherige Erwartungen auf der Karriereleiter sind um eine weitere Stufe degradiert worden. Noch im vergangenen Juli gingen die Analysten vom IWF von einem Wachstum in Höhe von 3,1 Prozent im laufenden Jahr und 3,8 Prozent im Jahr 2014 aus. Mit dem am Dienstag veröffentlichten Weltwirtschaftsausblick fällt der Anstieg um 0,2 Prozentpunkte flacher aus. Für 2013 werden nur noch 2,9 Prozent und für das kommende Jahr 3,6 Prozent Wachstum erwartet.

Anfang Juni senkte der IWF anlässlich „überraschender Fakten“ die vorhergesagten Wachstumswerte für Deutschland. Im Januar stellten sich die Erwartungen zur Konjunktur im Euroraum als nicht mehr zutreffend heraus.

„Die Zahlen stimmten falls es zuträfe“

Für die USA nahm der Währungsfonds ebenfalls einen weiteren Feinschliff vor. 1,6 Prozent für 2013 und 2,6 Prozent Wachstum für 2014 sind nun angesetzt. Jedoch gilt das nur, wenn die US-Regierung eine befriedigende Lösung zum derzeit erbittert geführten Haushaltsstreit findet. Letztendlich geht es nur um die „Kleinigkeit“ zwischen (temporärer) Zahlungsfähigkeit oder die blanke Staats-Pleite. Am 17. Oktober 2013 ist Stichtag. Sollte es zur USA-Pleite kommen, wären die gestern veröffentlichten Weissagungen obsolet.

Der IWF rechnet jedoch nicht mit einer Insolvenz der USA. Vielmehr steht im Raum, dass der „Kunstgriff“ einer erneuten Anhebung der erlaubten Schuldenobergrenze wieder angewendet wird. Doch der Preis steht noch offen und die vom US-Präsidenten Barack Obama vorangetriebene Gesundheitsreform auf dem Spiel.

Die Schwellenländer wollten nicht wie der IWF wollte

Die Schere zwischen den Schwellen- und Industrieländern geht lt. dem Fonds wieder langsam zusammen. Die Industrienationen legten zu, während die Schwellenländer, wie Indien, Russland und China, wirtschaftlich nachließen. Die Wirtschaftsexperten vom Fonds gehen derzeit von einem Zuwachs in China von 7,6 Prozent in diesem Jahr und 7,3 Prozent im nächsten Jahr aus. Beide Werte befinden sich in einem Bereich, die beim Star-Investor Marcel Faber erhebliche Zweifel produzieren dürften.

Verhaltener Optimismus für den Euroraum

Der Vektor zeigt bei einem nominal geringeren Negativwert in die positive Richtung, soviel zur Substanz vom Optimismus. Der Währungsfonds sieht Europas Wachstum weniger fallen als bisher angenommen. Im Jahr 2013 sollen es für die Eurozone -0,4 Prozent sein und schon nächstes Jahr wechselt das Vorzeichen zu einem Plus 1,0 Prozent.

Zum Jahresabschluss kann getrost eine neue Runde frisch ausgesäter Zahlen erwartet werden. Bis dahin bleibt genug Zeit, die realen Wirtschaftsdaten einzusammeln und für die Fütterung der Kristallkugel bereit zu stellen.

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