Private Großinvestoren sollen für Zypern-Banken gerade stehen

Zypernkrise-


Mit der Bankenrettung Zyperns könnten zum ersten Mal „im großen Stil“ auch private Großinvestoren in die Pflicht genommen werden, statt ausschließlich die unbeteiligten Steuerzahler heranzuziehen. Eine 30-jährige Sperre für Einlagebeträge der Privatanleger über 100.000,- Euro steht bereits in Aussicht.

Investoren sollen nicht mehr risikofrei bleiben können

Großinvestoren
Großinvestoren sollen für Zyperns Banken haften

Die vermögenden Privatanleger sollen zur Rettung des zyprischen Bankensektors verstärkt in die Verantwortung genommen werden. Privatanleger sollen sich nach den Forderungen von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) an der Bankenrettung beteiligen. Besonders stark seien lt. Berliner-Zeitung.de (Montag) mit rund einem Drittel aller Einlagen die Privatinvestoren aus dem Ausland, überwiegend aus Großbritannien und Russland vertreten.

Nachdem das Rettungspaket für Zypern geschnürt wurde, fehlt lediglich noch ein „Adressat auf der Verpackung“. Der notwendige Betrag für die Stützung der zyprischen Kredithäuser sowie der Regierung in Nikosia steht fest, jedoch sind die Geldgeber offensichtlich noch nicht vollständig definiert.

Im Falle einer Beteiligung der Privatanleger, hätte dieser Schritt einer Euro-Rettungsmaßnahme eine neue Qualität erreicht. Bisher durften überwiegend die Steuerzahler für die Rettung von privaten Finanzhäusern in der Euro-Zone gerade stehen und die Anleger kamen in der Regel ungeschoren davon. Vermögende Anleger, die ihr Geld in eine kippende Bank gesteckt hatten, waren de facto keinem Risiko ausgesetzt, das Kapital jemals verlieren zu können. Brach eine Bank zusammen, sprang der Staat samt den Steuergeldern ein und private Gläubiger erhielten ihre Einlagen „unversehrt“ zurück.

Die bisherigen Rettungsaktionen gingen sogar soweit, dass aus den Hilfs-Milliarden sogar noch einträgliche Geschäfte für Hedge-Fonds ermöglicht wurden. So spülte die griechische Anleihen-Rückkaufaktion den ehemaligen Inhabern der Papiere einträgliche Renditen in die Tasche, finanziert aus den Milliarden-Paketen, hinter denen am Ende stets der Steuerzahler zu finden ist.

Für Kleinanleger gelten 100.000,- Euro Einlagensicherung
Ein fast jeder Kleinsparer kennt die europaweite Einlagensicherheit von max. 100.000,- Euro für Sparkonten bei Banken in der EU. Sofern keine nationale Regelung eine höhere Einlagensumme als sicher garantiert, wie z.B. der deutsche Einlagensicherungsfonds, riskiert jeder Privatanleger jeden angelegten Euro über der 100.000,- Euro Grenze, sofern die Bank zahlungsunfähig werden sollte.

Großanleger mit Millionen- oder gar Milliardenbeträge scheinen bisher überhaupt kein Risiko eingegangen zu sein. Der Staat und somit der Steuerzahler haben nicht nur scheinbar ohne Limit garantiert, sondern im Laufe der Eurokrise bereits auch schon gezahlt.

Einlagen über 100.000,- Euro bis 30 Jahre lang sperren
Nun wird zur Zypern-Rettung darüber diskutiert, ebenfalls an der 100.000,- Euro Grenze anzusetzen und jegliche Einlagebeträge darüber auf Sperrkonten umzulegen und dort einzufrieren. Für den Anleger solle das Kapital bis zu 30 Jahre unerreichbar bleiben aber verzinst werden. Der Bank würden die Einlagen zur Stärkung der Eigenkapitalquote jedoch zur Verfügung stehen.

Das funktionierte jedoch nur zufriedenstellend, wenn eine derartige Maßnahme auf das vorhandene Kapital zielte und ohne „große Vorankündigung“ aktiviert werden würde. Von Zyperns Banken wurden aufgrund der unsicheren Lage ohnehin bereits Milliardenbeträge abgezogen und eine „geregelte“ 30-jährige Kapitalsperre klingt für Investoren nicht gerade einladend.

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