Poroschenko erklärt Russland als potenziellen Angreifer

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Russland der Aggressor und die Ukraine das Opfer. Offenbar soll das vom Westen klassische Schwarz-Weiß-Bild mit einem kurz bevorstehenden Angriffs Moskaus erweitert werden. Poroschenko erklärte die ukrainische Armee als bereit für den Kampf mit russischen Truppen.

Kreml

„Ukraine ist auf totalen Krieg mit Russland vorbereitet“ – Aus welchem Anlass?

Die Ukraine sei gewappnet gegen einen Krieg mit Russland

Die Ukraine sei auf einen „totalen Krieg“ vorbereitet, so die Erklärung des ukrainischen Präsidenten Pjotr Poroschenko. Es bestehe keinerlei Furcht vor einem „Krieg mit russischen Truppen“, denn die ukrainische Armee sei heute in einem bedeutend besseren Zustand als noch vor fünf Monaten und aus der ganzen Welt sei mit Unterstützung zu rechnen, so Poroschenko im Gespräch mit BILD.

Dennoch wolle die Ukraine nichts anderes als den Frieden, obwohl sich Kiew derzeit „auch mit den schlimmsten Szenarien befassen“ müsse. Die Ukraine habe sich an den vereinbarten Friedensvertrag gehalten und alles umgesetzt was darin vorgesehen war, so der ukrainische Präsident. Doch Russland verspreche etwas und handelte bereits am nächsten Tag völlig gegensätzlich. „Wir sind bereit für Kompromisse und glauben, dass der Konflikt nicht militärisch gelöst werden kann“, so Poroschenko zu BILD.

Will sich der Wolf als das Opfer ausgeben?

Ob sich die ukrainische Armee gegen einen russischen „Übergriff“ dauerhaft entgegen stellen könnte, sei dahin gestellt, aber die eigentliche Frage lautet, ob dies überhaupt im Sinne Moskaus ist.

Zur Erinnerung. In Kiew wurde der damalige gewählte und am 25. Februar 2010 vereidigte ukrainische Präsident Janukowitsch aus seinem Amt gejagt. Die nach ukrainischer Verfassung notwendige Mehrheit zur Absetzung des Präsidenten wurde nur knapp verfehlt, aber dennoch vollzogen. Der Westen akzeptierte (förderte) die Amtsenthebung Janukowitschs, obwohl dies nach „Norm und Regeln“ hätte nicht vollzogen werden dürfen. Anschließend wurde die Übergangsregierung gebildet, in denen auch extreme rechtsradikale Gruppierungen eine starke Vertretung fanden. Den endgültigen Auslöser für diesen Umsturz brachten die bis heute nicht aufgeklärten Todesfälle durch die auf den Maidan abgegebenen Schüsse der „unbekannten“ Scharfschützen.

Die Regionen Donezk und Lugansk in der Ost-Ukraine akzeptierten die unter „außergewöhnlichen Umständen“ neu gebildete Regierung nicht. Kurzerhand erklärten sich beide Gebiete selbst als von Kiew unabhängige „Volksrepubliken“. Die ukrainische Regierung entsandte in die Donbass-Region Militärtruppen und spricht seither von „Rebellen“ und „Kampf gegen Terroristen“. Kiews Armeen und die angeschlossenen rechtsradikalen Kampfeinheiten griffen Donezk und Lugansk an, um diese „Terroristen“ zu verjagen. Bis heute jedoch ohne Erfolg.

Die selbsternannten Volksrepubliken zeigten jedoch nie die Ambition, aus der Defensive auszubrechen, um anschließend die Ukraine militärisch anzugreifen. Vielmehr waren es die eigenen Verbündeten Kiews, die damit drohten, den „Spieß umzudrehen“. Rechtsextreme Kampfeinheiten im „Dienste Kiews“ kündigten einen Angriff der ukrainischen Hauptstadt an, wenn die gestellten Bedingungen nicht erfüllt werden sollten.

Kiew und die „restliche westliche Welt“ unterstellen Moskau die aktive Beteiligung an den militärischen Auseinandersetzungen in der Ost-Ukraine, ohne bisher auch nur einen einzigen stichhaltigen Beweis abgeliefert zu haben. Russland dementierte jegliche Vorwürfe. Ob sich Moskaus Kampfeinheiten und Militärgeräte tatsächlich auf ukrainischen Boden befinden, vermag wohl niemand verlässlich abschätzen zu können. Dennoch beschränkten sich alle Darstellungen der Anwesenheit russischer Einheiten auf die Unterstützung der „Rebellen“. Die pauschale Schuldzuweisung des Westens gegen Moskau, am Absturz der MH17 der Malaysian Air Passagiermaschine verantwortlich zu sein, ist ein Beispiel der „groben Entgleisungen“.

Mit der Erklärung Poroschenkos wird offenbar ein Schritt weiter gegangen und das Bild eines Russlands gezeichnet werden, das kurz davor steht, die Ukraine zu überfallen. Russland der Aggressor und die Ukraine das Opfer. Ein solches Schwarz-Weiß-Bild berechtigt natürlich die NATO (USA) zu militärischen „Hilfs-“ Interventionen. Zu gerne dient die „Annexion“ der Halbinsel Krim als leuchtendes Beispiel für Moskaus vermeintliches Streben nach „Landgewinn“. Aber ebenso gerne werden die historischen Hintergründe zur Beziehung zwischen der Krim und Russlands vollständig ausgeblendet.





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