Pimco: „Es wird Zeit, den Wählern etwas wegzunehmen“

Krisenlösung durch Inflation-


Die Inflation scheint sich als ein „zuverlässiger“ Weg für den Schuldenabbau heraus zu kristallisieren. Die Länder befreien sich von aufgetürmten Verbindlichkeiten, während die Sparer und Anleger schleichend aber fließend enteignet werden.

Klare Worte vom weltgrößten Anleihenhändler Pimco

Schuldenkrisen
Krisenländer wohin man
auch blickt

Mit Pimco verlängert sich lediglich die Kette der Kritiker, die erhebliche Bedenken gegenüber der Geldpolitik der großen Notenbanken EZB, Fed und neuerdings auch Bank of Japan äußerten. Doch Pimco ist nicht „irgend ein Mitspieler“ bei den weltweiten Handelsgeschäften, sondern verwaltet ein Volumen von rund 1,4 Billionen Dollar und gilt als der weltgrößte Anleihenhändler.

Das Wechselspiel zwischen Notenbanken und Wirtschaft
Pimco-Chef Mohamed El-Erian sieht die Aktivitäten der Notenbanken in der Zukunft weit über das angekündigte Maß hinaus schießen. Auf einer Bankenkonferenz in Frankfurt a.M. (lt. Bericht Welt Online, Donnerstag) gab El-Erian zu bedenken, dass die großen Notenbanken noch mehr Geld in die Märkte pumpen würden.

Außerdem hätte der US-Arbeitsmarkt kein Problem, sondern eine Krise. Die US-Wirtschaft stünde noch vor Jahresende vor einem ernsthaften Problem, wenn die geplanten Ausgabenkürzungen und Steueranhebungen in Kraft treten sollten. Den Umfang könnte die Wirtschaft nicht verkraften.

Ganz nach dem Motto „die Investoren unter sich“, appellierte er an die Vertreter von Versicherungsgesellschaften, Pensionskassen und Versorgungswerken mit den offen Worten: „Schützen Sie ihre Portfolien so gut vor Inflation, wie sie nur irgendwie können“.

Letztendlich wäre ein „deutlicher Preisauftrieb“ innerhalb der nächsten Jahre nicht zu vermeiden, da es den Staaten nur auf diesem Weg gelänge, die riesigen Schuldenberge zu verkleinern. Auf der anderen Seite zeigte der Pimco-Chef Verständnis für die Aktivitäten der Notenbanken. Es bliebe ihnen auch nichts anderes übrig, auch wenn diese immer weiter auf bisher unbekannte Gebiete vorstießen. Der Politik werde dadurch für die Problemlösung die erforderliche Zeit verschaffen.

„Es wäre an der Zeit, den Wählern etwas wegzunehmen“
El-Erian sieht die einzige Lösung der Schuldenkrise nur darin, wenn die Politik den Tatsachen mit Realismus begegnete. Die angesammelten Verluste der letzten Jahrzehnte müssten endlich umverteilt werden. „Die Zeit des Gebens ist vorbei, jetzt gilt es den Wählern etwas wegzunehmen“, zitiert Welt Online den Pimco-Chef. Er sieht die Inflation als einen möglichen Weg. Sparer müssten bereits jetzt schon aufgrund des niedrigen Zinsniveaus reale Vermögensverluste hinnehmen.

Noch verkünden die falschen Personen die schlechte Botschaft

Die Politik in Deutschland wird sich sehr schwer tun, der Bevölkerung die Wahrheit zu verkünden. Eingelöste Wahlversprechen kosten viel Geld, nicht eingelöste Versprechen waren „im nachhinein vorhersehbar“. Zu Recht verlangt der Bundesbürger von seinen gewählten Politikern Transparenz und Aufrichtigkeit, straft diesen aber ab, wenn der Bitte nachgekommen wird. Sollte z.B. tatsächlich eine Mehrwertsteuererhöhung erforderlich sein, eignet sich dieses Thema denkbar wenig für den Wahlkampf, auch wenn es der vernunftbegabten Wahrheit entspräche.

Der Preis muss irgendwann bezahlt werden. Offensichtlich ist die Zeit reif und schrittweise, wenn auch zögerlich, werden die Dinge offen und „ehrlich“ angesprochen. Lediglich die „Botschafter der Tatsachen“ müssen noch einen Personenwechsel vollziehen. Banker haben das Thema angerissen, wirken aber für die breite Bevölkerung alles andere als vertrauenswürdig. Die Politiker stehen in der Gunst zwar auch nicht auf dem Podest, müssten aber als „die richtigen Verkünder der schlechten Nachricht“ rasch nachziehen.

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