Pimco: Deutschland muss für Export andere Abnehmer finden

Deutscher Export-


Deutschlands Wirtschaft ist stark vom Export abhängig, das seit dem „Wirtschaftswunder“ mitgewachsen und zu einem scheinbar unabtrennbaren Bestandteil geworden ist. Bosomworth, Chef von Pimco Deutschland, warnt davor, dass ausgerechnet die starke Exportnation von der drohenden Konjunkturflaute besonders hart getroffen werden könnte.

Deutschlands Exportlandschaft müsse sich stark verändern

Eurokrise
Deutschland müsse sich
im Export neu orientieren

Bild: GG-Berlin / pixelio.de

Deutschland müsse von seiner Exportabhängigkeit in die restliche Euro-Zone ausbrechen, wenn es die globalen Konjunktureinbrüche überwinden wolle, erklärte Andrew Bosomworth, Chef von Pimco Deutschland, dem Nachrichtenmagazin CNBC.com. Die deutsche Wirtschaft exportiert überproportional viel in die EU-Binnenmärkte und eine rückläufige Entwicklung würde die Widerstandskraft Deutschlands deutlich mindern.

Innerhalb kurzfristiger Zeit gäbe es für Deutschland keine Möglichkeit die Konjunktureinbrüche zu vermindern oder sich davon zu isolieren. Langfristig gesehen müsse aber ein Strukturwandel vollzogen werden, der den Exportanteil in die Peripherieländer auf 40% reduziert, erklärte Bosomworth.

Deutschland müsse weg von einer hohen Nachfrage innerhalb der Euroländer sowohl auch außerhalb der Europäischen Union und sich voll auf die Ankurbelung der inländischen Binnennachfrage konzentrieren.

Bosomworth schlägt vor, sich „am einfachsten“ andere Exportmärkte zu erschließen. Es wäre für ein Land wie Deutschland, dessen Wirtschaft bereits historisch mit dem Export gewachsen ist, schwieriger, die Nachfrage der eigenen Regionen zu stimulieren. Dennoch sieht der Pimco-Manager einen kurzfristigen Einbruch des Wirtschaftswachstums, sollte Deutschland für seinen Export auf andere Abnehmer setzen.

Pimco zog sich bereits „aus Deutschland“ zurück

Pimco (Pacific Management Company), eine Tochter der Allianz Global Investors, hatte sich bereits Ende Juni im größeren Stil vom Markt der deutschen Staatsanleihen zurückgezogen. In der Erwartung, dass Deutschland den Status „sicherer Hafen“ bald verlieren würde, stieß der Anleiheninvestor einen Großteil der Anleihen ab.

Bereits zu diesem Zeitpunkt sah Bosomworth für den deutschen Kurs lediglich zwei Wege offen stehen. Entweder als kräftiger Einzahler wenn der Euro Bestand haben sollte, oder als der „Sponsor“ für den Ausgleich der drohenden Rezession und das Auffangen der Banken, sollte der Euro zerbrechen.

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