Perversion und Ängste: IW-Chef springt für EZB in die Presche

EZB-Kritiken-


„Wenn zwei sich streiten, schreitet der Dritte ein“. Zwischen der Europäischen Zentralbank und deren Kritikern wird derzeit ein verbales Feuergefecht geführt. Offenbar mit dem Verlassen des tugendhaften Pfades der Sachlichkeit.

Europäische Zentralbank

EZB mit Sitz in Frankfurt ist den Schüssen der deutschen Kritiker ausgeliefert

Die Vorwürfe gegen die EZB seien ungerechtfertigt

Die „Perversion“ in Deutschland ist Gegenstand einer „inflationären Diskussion“. In Deutschland herrschten „perverse Ängste“ gegenüber den Maßnahmen der Europäischen Zentralbank (EZB) zur Rettung der Einheitswährung Euro. So die Darstellung der andauernden Kritik aus Deutschland gegen die Zentralbank durch den EZB-Chef Mario Draghi. Diese „verdrehte Angst“ zielte auf die besonders hohen Inflationsängste, die in den Augen Draghis völlig ungerechtfertigt sei.

Für die ohnehin andauernd kritischen Stimmen aus der Bundesrepublik wirkten die Worte Draghis wie frisches Öl ins lodernde Feuer. Ein Steilpass für die Vermengung von Objektivität, Mutmaßungen und eine gute Portion Polemik. In der kühlen mathematischen Finanzwelt scheint es plötzlich sehr menschlich zuzugehen.

Für Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) scheinen im verbalen Hin und Her mit Schwerpunkt Frankfurt bereits diverse Grenzen überschritten worden zu sein. In einem Gastbeitrag in Welt.de (Montag) ermahnte Hüther zur „Zügelung der Gemüter“, um auf die Plattform der Tatsachen zurück zu kehren.

Die EZB dürfe zwar die „hierzulande historisch tief verankerte Furcht vor der Inflation“ nicht einfach ignorieren, doch Kritiken aus ausschließlich Deutschland seien in „ihrem Fundamentalismus weder überzeugend noch hilfreich“, so der IW-Direktor.

Die Währungsunion habe Bestand und mit den „zu erwartenden volkswirtschaftlichen und politischen Kosten“ sei eine Abwicklung bei den ersten eintretenden Problemen unverantwortlich. Niemand müsse dieses Ungleichgewicht zwischen der Gründung der Währungseinheit und ihrer Auflösung mögen, doch dies sei jedoch Tatsache, so Hüther.

Das Anleihekaufprogramm (OMT) der EZB zeigte seine Wirkung im Finanzmarkt bisher alleine durch dessen Ankündigung. Zu einer realen Intervention durch die EZB auf den Staatsanleihen-Sekundärmarkt der Krisenländer sei es noch nicht gekommen. Eine Notenbank sei auch Verantwortlich für die „bloße Existenz der Währung“ und genau dies werde mit dem OMT-Programm erfüllt.

Deutschen EZB-Kritikern täte etwas mehr „Pragmatismus“ und weniger „Heiligkeit“ gut, so Hüther. Der Bundesbankpräsident könne im Euro-System dadurch eine stärkere Position erhalten, wenn “ es um die derzeit wirklich drängende Frage geht, wie ein Ausweg aus der Niedrigzinspolitik gelingen kann.“

Tarifometer24.com – Tarife – News – Meinungen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Wir benutzen Cookies für die Verbesserung der Nutzerfreundlichkeit. Durch Ihren Besuch stimmen Sie dem zu.