Offene Rechnungen: Zypernhilfe droht zur Makulatur zu werden

Zypern Krise-


Alle Aufregung zu Zyperns Rettung könnte ad absurdum geführt werden, wenn die bereits als „lächerlich anmutende“ Summe in Höhe von 80 Millionen Euro bis Ende April nicht aufgetrieben wird. Der zyprische Rechnungshof setzt die Regierung der Euro-Insel unter erheblichen Druck, da offene Rechnungen keinen Aufschub erlaubten.

Forderungen sind bis Ende April zu begleichen, aber wie?

Haushaltsschulden Zypern
Der Kampf um Millionen innerhalb vorgegebener Zeit

Das vermeintliche Rettungspaket für Zypern könnte zu einem einfachem „Paket“ reduziert werden, denn offenbar ist von einer Rettung gar nicht mehr die Rede. Trotz des ausgehandelten Kredits in Höhe von 10 Milliarden Euro aus dem europäischen Rettungsfonds steht Nikosia kurz vor einem akuten Zahlungsproblem.

Lediglich bis Ende April bliebe noch Zeit, um eine Lösung für die Fälligkeit von 80 Millionen Euro zu finden. Der zypriotische Rechnungshof offenbarte offene Rechnungen, die ohne Aufschub bis zum 29. April zu begleichen wären. Sollten die Forderung nicht nachgekommen werden, ist das Land trotz Schließung der Laiki Bank, der Teilenteignung der Sparer sowie der zugesprochenen EU-Milliardenspritze schlicht Pleite.

Die von der Troika geforderten Maßnahmen zum Erhalt des 10 Milliarden-Kredits, der Eigenanteil Zyperns in Höhe von 5,8 Milliarden Euro, gelten als vereinbart aber nur als vorab erfüllt. Das zyprische Parlament muss den Raubzug- Forderungen noch die Zustimmung erteilen. Der nächste Haken, der eine schnelle Auszahlung verhindert liegt am Ratifizierungsprozess der Geldgeberländer. Die Eurogruppe (Finanzminister aus den Euro-Mitgliedsländern) kam zwar einheitlich zu einer Zustimmung, aber alleine Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) muss sein „Anliegen“ erst einmal dem Bundestag zur Abstimmung vorlegen. Bis dahin bleibt das Hilfsgeld an Nikosia nur eine theoretische Größe.

Die Leiterin des zypriotischen Rechnungshofes, Rea Georgiou, setzt den neu eingesetzten Finanzminister Zyperns, Harris Geogiades, mit der Präsentation der offenen Rechnung erheblich unter Druck. Dennoch erklärte er, dass ein Ausscheiden aus der Währungsgemeinschaft nicht in Frage käme und sieht sein Land als „dazu verdammt“ an, keine Versuche auszulassen, um am Ende erfolgreich zu sein. Nun müsse die Zeche für die in der Vergangenheit begangenen Fehler beglichen werden. Der Blick Zyperns wäre jedoch nach vorne gerichtet, damit der Wirtschaft der notwendige Auftrieb gegeben werden könne und der Verbleib in der „europäischen Familie“ sicher gestellt werde, so Geogiades.

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