OECD-Bericht Chancen-Ungleichheit – Grund unbekannt?

Gesellschaft-


Die Chancen-Ungleichheit zwischen Kindern aus weniger privilegierten und vermögenden Familien ist lt. OECD im Bundesgebeit geringer geworden. Doch wie diese Entwicklung zustande kam, vermag die Bundesregierung im Detail nicht zu erklären.

Kosten für Bildungs- und Teilhabepakete unbekannt

Abacus
Bildung: Weniger Chancen-Ungleichheit

Aus dem jüngsten Bericht der OECD geht hervor, dass in der Bundesrepublik die Schere der Bildungschancen zwischen den vermögenden und ärmeren Haushalten weniger weit geöffnet sei. Die Bundesregierung sieht in dieser Entwicklung eine Bestätigung ihrer bisherigen Politik zu diesem Thema. Allerdings ist nicht ersichtlich, ob die weniger privilegierten Haushalte bessere Chancen und Förderungen erhalten, oder ob sich das allgemeine Bildungsniveau einfach abgesenkt hat.

Bei ihren Maßnahmen zur Förderung von ärmeren Familien tappt die Bundesregierung in Teilbereichen im Dunkeln. Seit acht Jahren werden den Kindern aus Hartz-IV-Familien Bildungs- und Teilhabepakete angeboten. Doch wie umfangreich diese Pakete sind, vermag das Bundesarbeitsministerium nicht zu erklären. Die Grünen-Bundestagsfraktion fragte an und erhielt nur eine lückenhafte Antwort. Die Kosten können nicht genannt werden, hierfür liegen keine Daten vor, wie die Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Mittwochsausgaben) berichten.

Im Jahr 2011 trat das Bildungs- und Teilhabepaket in Kraft. Die Verwaltungskosten wurden von der damaligen Bundesregierung auf rund 110 Millionen Euro jährlich geschätzt. Im Jahr 2015 fand eine Überprüfung der Ausgaben statt und zu Tage kam eine Summe in Höhe von 180 Millionen Euro.

Das von Hubertus Heil (SPD) geleitete Bundesarbeitsministerium plant die Ausweitung der Leistungen für Kinder in von Harz-IV abhängigen Familien, doch fehlte bereits jetzt der Überblick zu Kosten und Nutzen dieser Maßnahmen. Grünen-Sozialexperte Sven Lehmann erklärte gegenüber den Zeitungen, dass rund ein Drittel der Gelder in der Verwaltung verpufft. „Das Geld sollte besser in höhere Kinderregelsätze und kostenfrei Angebote für alle Kinder in den Städten und Gemeinden investiert werden“, so Lehmann.

Nix Genaues weiß man nicht

Somit ist weder klar, ob die sozial unterprivilegierten Kinder durch die Fördermaßnahmen mehr Chancen erhielten oder ob das Niveau schlicht absank, noch wie die Bundesregierung diese Entwicklung im Detail zustande brachte.


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