Nobelpreisträger Paul Krugman: Rolle Deutschlands zur Eurokrise

Deutschlands Rolle in Eurokrise-

Der Ökonom Paul Krugman ist Professor für Volkswirtschaftslehre an der Princeton Universität, USA. Im Jahr 2008 erhielt er den Nobelpreis für Wirtschaft. Bekannt ist Krugman u.a. durch seine wöchtentliche Expertisen in der Kolumne der New York Times.

In einem Interview mit der ARD zum Nachrichtensender tagesschau erklärte Krugman seine Sicht auf die derzeitige Situation von Spanein, Griechenland und Deutschland inmitten der anwachsenden Schuldenkrise.

„Draghi sollte Drohkulisse für sich nutzen“

Euro Krise
Euro-Schuldenkrise aus der
Sicht Paul Krugmans

Die vom Chef der Europäischen Zentralbank (EZB),Mario Draghi, vorgeschlagenen Strategie, die EZB solle Staatsanleihen der Schuldenländer aufkaufen, um gegen die hohen Zinsen anzugehen, hält Krugman für notwendig, wenn der Euro gerettet werden soll. Dagegen beurteilt der US-Ökonom die „deutsche Antwort darauf als rätselhaft“. Krugman möchte sich allerdings nicht festlegen, wer sich am Ende durchsetzen könnte. Schließlich „will keiner daran Schuld haben, wenn der Euro scheitert“, aber diese „Drohkulisse müsse Draghi für sich nutzen“, fügte er hinzu.

Der Nobelpreisträger hält die kommende Entwicklung Spaniens entscheidend für die Zukunf der Europäischen Union. Ganz im Gegensatz zur Krise Griechenlands, für das Krugman noch in diesem Jahr einen Ausstieg aus der Euro-Zone erwartet.

„Spanien braucht kein Rettungspaket“
Ein Rettungspaket wie für Griechenland wäre für Spanien nicht notwendig. Es hätte sich außerdem gezeigt, dass alle bisherigen Hilfspakete Griechenland nicht viel helfen konnten. Krugman sieht in Spaniens wichtigster Aufgabe, ein Hochschnellen der Zinsen zu verhindern. Eine unmittelbare Kreditkrise müsse unbedingt vermieden werden. Zusätzlich müssten die anderen EU-Länder Spanien mit Konjunkturprogrammen unter die Arme greifen, damit „Spanien schnell wieder auf die Beine kommt“.

Kanzlerin Angela Merkel hätte keine Wahl, „sie ist erledigt“
Die Rolle Deutschlands sieht Krugman in einer Zwickmühle hängen. Für die Situation der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel erklärt der Ökonom, sie sei „gefangen zischen den erbarmungslosen Logiken der Krise und der deutschen Politk“. Für die Kanzlerin stünden lediglich zwei Wege offen. Entweder sie würde die notwendigen Schritte zur Euro-Rettung genehmigen, damit wäre sie aber „innenpolitisch erledigt“, oder der Euro erleidet einen Zusammenbruch und sie wäre damit „ebenfalls erledigt“. „Eine schreckliche Situation für sie“, resümiert Krugman im Anschluss.

Klare Worte von Krugman, doch keine „Abrechnung“

Die Beschreibung des US-Ökonoms und Nobelpreisträgers Paul Krugman, er wäre „direkt“ und in Deutschland auch „berüchtigt“, mag zutreffend sein. Klare Worte zu seiner Sicht auf die europäische Schuldenkrise, insbesondere die Rollen Spaniens, Griechenlands und der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel. Krugman erkennt die scheinbar aussichtslose Situation der deutschen Regierungsschefin und sieht keine Alternativen, dass sie aus der Sache jemals politisch unversehrt herauskommen könnte.

Krugman erklärt klar, dass nach seiner Ansicht alle bisherigen Hilfspakete an Griechenland unnütz gewesen sind. Mit anderen Worten könnten die bisherigen milliardenschwere Finanzspritzen auch als „verpulvert“ bezeichnet werden.

Spanien benötige überhaupt keine finanziellen Hilfen wie im Stile Griechenlands. Eher seien Konjunkturprogramme mit untestützender Einwirkung durch die anderen EU-Länder das Rezept zur Krisenbewältigung.

„US-Ökonom Krugman rechnet mit deutscher Sparpolitik ab“, lautet die einleitende Überschrift zum Interview. Eine Ableitung zur „Abrechnung mit der deutschen Sparpolitik“ durch Krugman, kann aus diesem Interview jedoch nur sehr schwer nachvollzogen werden.

Bild: Gerd Altmann / pixelio.de

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