Niedrigzinsen in Finanzkrise – Staatshaushalt profitiert enorm

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Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) dürfte sich die Hände reiben. Enorme Entlastungen bei der hohen Schuldenlast auf der einen Seite und Spitzenwerte bei Steuereinnahmen auf der anderen Seite. Die Niedrigzinsen ersparten dem deutschen Haushalt seit dem Ausbruch der Finanzkrise im Jahr 2007 rund 120 Mrd. Euro.

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Finanzkrise: Staatshausalt profitiert durch Niedrigzinsen von Milliarden-Einsparungen

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Seit dem Beginn der Finanzkrise rutschten die Zinsen fast kontinuierlich nach unten ab. Die Renditen für Sparanlagen schrumpften zusammen. Ein Ärgernis für die Anleger und für viele Bürger sogar potenziell Existenz bedrohend. Das Minus an Renditen für die Altersvorsorge müsste durch erhöhte Sparanstrengungen ausgeglichen werden, aber sehr viele Arbeitnehmer – vor allem aus dem Niedriglohnsektor – sind bereits zum Führen eines einfachen Sparbuches finanziell überfordert. Auf hohe Zinsen gibt es „keinen Rechtsanspruch„, wie IMK-Direktor Gustav Horn im Herbst vergangenen Jahres betonte.

Der Staat hat mit dem Blick auf den eigenen Schuldenberg auch gar kein Interesse, die Zinsen wieder ansteigen zu lassen. Rund 120 Milliarden Euro sparte sich der deutsche Staatshaushalt seit dem Beginn der Finanzkrise ein. Die öffentlichen Haushalte gaben dank der Niedrigzinsen alleine im Jahr 2013 fast 37 Mrd. Euro weniger aus, wie Welt am Sonntag berichtete. Geringere Zinsen bedeuten für den Staat weniger Belastung von den angehäuften Schulden.

Noch vor 2007 betrug der durchschnittliche Zins deutscher Staatsanleihen 4,3 Prozent. Bis zum vergangenen Jahr war der Wert lt. Bundesbank bereits auf 2,6 Prozent geschrumpft. Maßgeblich beigetragen zum Zins-Schwund haben die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) und die Flucht der Investoren aus unsicheren Anlagen in die vermeintlich sicheren deutschen Staatspapiere.

Die „gute Haushaltslage“ Deutschlands gründet somit nicht auf die Früchte eigener Anstrengungen, sondern auf den enormen Spareffekt durch geringe Zinslasten. Wirtschaftsprofessor Lars Feld, Mitglied des Sachverständigenrates dazu: „Bund, Länder und Kommunen konsolidieren ihre Haushalte derzeit vor allem aufgrund der niedrigen Zinsausgaben und der günstigen Einnahmeentwicklung.“





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