Niedriglohn betrifft immer mehr Vollzeitbeschäftigte

Arbeitsmarkt –


Der Niedriglohnsektor ist längst kein Alleinstellungsmerkmal der Teilzeitbeschäftigung. Inzwischen erhalten rund 16 Prozent aller Vollzeitbeschäftigten einen geringeren Lohn als 2.000 Euro brutto im Monat.

Niedriglohnarbeiter

Mit forcierter Einwandung lassen sich Löhne (fast) beliebig nach unten drücken

Dienstleister werden am ehesten abgespeist

Von den rund 45 Millionen Erwerbstätigen im Bundesgebiet arbeiten rund 40 Prozent in Teilzeit mit einem entsprechend geringen Lohn. Doch die Vollzeitbeschäftigung ist schon längst kein Garant mehr für ein ausreichendes Einkommen, denn rund 3,38 Millionen in Vollzeit Beschäftigte werden mit weniger als 2.000 Euro brutto abgespeist. Mit Stand Ende 2017 lag damit die Quote der quasi Niedriglöhner im Vollzeitbereich bei 16 Prozent, so die Passauer Neue Presse (Montag). Demnach legte das Bundessozialministerium diese der dpa vorliegenden Daten nach einer Anfrage der Linken vor. Besonders ausgeprägt ist die „Billigentlohnung“ demnach in den neuen Bundesländern, wo der Anteil mit 1,06 Millionen Beschäftigten bei 27,5 Prozent liegt. In den alten Bundesländern werden 13,5 Prozent der Vollzeitbeschäftigten mit weniger als 2.000 Euro entlohnt.

Vom Niedriglohn betroffen ist vor allem der Dienstleistungssektor. In der Reinigungssparte erhielten die Vollzeitbeschäftigten Ende 2017 im Schnitt lediglich 1.861 Euro brutto. Die Tourismus-Branche (z.B. Hotels und Gaststätten) bietet den in Vollzeit Beschäftigten mit durchschnittlich 1.961 Euro brutto ebenfalls nur ein sehr geringes Entgelt.

Politisch gewollte Entwicklung

Eine Verbesserung der Situation für die betroffenen Arbeitnehmern scheint politisch gar nicht gewollt zu sein. Im Gegenteil. Maßnahmen wie Agenda 2010 beförderten diese Niedriglohn-Situation und die aktuellen Stimmungsdaten des Münchener ifo Instituts zeigen im Umfeld einer abflauenden Konjunktur lediglich den Dienstleistungssektor im leichten Aufwind. Als wenn der Niedriglohn nicht schon genug wäre, hat die Konkurrenz im Sinne einer weiteren Lohndrückerei durch forcierte Einwanderung längst begonnen. Die Lohnunterschiede zwischen zugewanderten und einheimischen Arbeitnehmern sind in sämtlichen Sparten alarmierend.

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