Neue Rekordarbeitslosigkeit in EU? Egal, der Euro ist stabil & stark

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Es gibt sie, die Steigerungsraten innerhalb der Europäischen Gemeinschaft. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit innerhalb der EU scheint kein Ende in Aussicht gestellt zu haben. Wiederholt nahmen die Beschäftigungslosen im Euroraum eine neue Spitzenposition ein.

„Stabiler und starker“ Euro dank hoher Arbeitslosigkeit?

Eurokrise
Die Maschinerie rund um den Kapital-Transfer

Wenn jemand über Zuwachsraten und Steigerungen im Euroraum spricht, dann gibt es nur zwei Möglichkeiten. Entweder sind es die „Fortschritte der Konsolidierungsmaßnahmen, die zu einem stabileren Euro führten“, dann handelt sich jedoch um Wahrnehmungsverschiebungen, oder es geht um die Arbeitslosenquote. In diesem Fall wurde der Blick auf die Realität gerichtet.

Tatsächlich gab es im April wieder eine Steigerung innerhalb der Euro-Zone. Die Arbeitslosigkeit ist noch höher als im Monat zuvor. Lediglich auf die gesamte EU der 27 Mitgliedsländer bezogen, ist die Zahl der Beschäftigungslosen in etwa gleich geblieben (bei 11%).

Im vergangenen Monat waren in der Währungsgemeinschaft (ER17) 19,38 Millionen Personen ohne Arbeit. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 12,2 Prozent und liegt um 0,1 Prozentpunkte höher als noch im März. Die klein anmutende Zahl betrifft jedoch rund 95.000 Menschen.

Der Trend der ansteigenden Arbeitslosigkeit setzt sich somit fort und ein Gegenmittel scheint noch längst nicht gefunden oder entwickelt worden zu sein. Die jüngste Aufhebung der Sparziele für Länder wie Spanien, Portugal und Italien deuten vielmehr auf Hilflosigkeit statt auf eine ausgeklügelte Strategie der „Brüsseler Macher“ in.

Griechenland wird in den Abgrund hinein gewürgt gespart und mit portionierten Hilfsgeldern am Leben gehalten wie der am Tropf hängende Komapatient. Portugals Sparpakete wurden im ersten Anlauf vom eigenen Verfassungsgericht als „verwerflich“ erklärt, bis sich dann doch zu einem Programm mit erheblichen Kürzungen sowie Sparmaßnahmen durchgerungen werden konnte.

So verwundert es auch nicht, dass die Hellenen mit einer Arbeitslosenquote von 27% (Stand Februar), die Spanier mit 26,8% und die Portugiesen mit 17,8% zu kämpfen haben. Zyperns Arbeitslosenanteile ist zwischen Februar 2012 und Februar 2013 von 11,2% auf 15,6% angestiegen und spielt bereits in der „Oberliga“ kräftig mit. Als weiteres „Problemland“ gilt Irland. Allerdings ging die Arbeitslosenquote von 14,9% auf 13,5% zurück und bildet eine leuchtende Ausnahme.

Besonders dramatisch ist die Anzahl der beschäftigungslosen Menschen im Alter bis 25 Jahre. Mit 62,5% hat die Zahl der jungen Arbeitslosen in Griechenland schon beinahe die zwei Drittel Mehrheit erreicht, gefolgt von Spanien (56,4%), Portugal (42,5%) und Italien (40,5%). Perspektiven für die Jugend sehen komplett anders aus.

„Egal, Hauptsache die Finanzmärkte sind zufrieden“
Ende Mai verkündete der Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, in einer seiner „geistigen Freigänge“ die beruhigende Botschaft, dass die größten Probleme der Finanzkrise überwunden seien, da die Finanzmärkte wieder Vertrauen in den „starken und stabilen“ Euro zurück gewonnen hätten. Seine „größten Sorgen“ wären jedoch u.a. die notwendige Rekapitalisierung der Banken sowie die Märkte für Staatsanleihen. Stets halten die Funktionäre der EU vor Augen, dass die Banken und ihre hochspekulative „Schattenwirtschaft“ höchste Priorität genießen und „alternativlos“ durch Mittel aus der Realwirtschaft gerettet werden müssten.

Kapital aus Realwirtschaft in Märkte der virtuellen Werte versenken
Milliarden fließen als vermeintliche Rettungsgelder in die betroffenen Krisenstaaten und landen am Ende in den Bilanzbüchern der Hedgefonds, die privaten Gläubiger der Pleite-Banken. Kapital das den Geldhäusern zur Verfügung steht wird lieber in hochspekulative Wertpapiergeschäfte investiert, statt es dem kleinen oder mittelständischen Unternehmen als Kredit zur Verfügung zu stellen. Der Ausblick auf die Renditechancen auf den Märkten der „virtuellen Werte“ überwiegt. Risiko gleich null, da die Verluste durch den europäischen Steuerzahler mit „realen Werten“ ausgeglichen werden.

Zusammen mit der selbsterklärten „Oberaufsicht“ in Brüssel für die Banken und Großinvestoren paradiesische Voraussetzungen. Sollte es das gemeinsam erklärte Ziel geben, das Kapital der realen Wirtschaft sowie das der privaten Sparer in die Bücher der Kreditinstitute zu transferieren, dann sind sie bereits auf dem besten Wege dabei. In einer EU mit den ursprünglichen nationalen Währungen hätte dieser Pfad kaum beschritten werden können. Arbeitslose wären dann als „Kollateralschaden“ zu betrachten und dies wäre primär das Problem der nationalen Regierungen.

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