Neue Insolvenzen derzeit rückläufig – vorerst

Lockdown-Schäden –


Im April 2020 gab es deutlich weniger Insolvenzanträge als ein Jahr zuvor. Diese vermeintliche Jubel-Botschaft wird bereits mit der ausstehenden Schuldensumme überschattet und obendrein mit der derzeit ausgesetzten Insolvenz-Pflicht.

Insolvenz

Bis zum Ende der Insolvenz-Pause liegt wohl die Ruhe vor dem Sturm vor

Lockdown-Schäden sind noch nicht in voller Pracht sichtbar

Die Statistiker von Destatis meldeten für den April 2020 eine gewunken Zahl von Insolvenzanmeldungen seitens Unternehmen. Demnach lag die Zahl der angemeldeten Pleiten im April um 13,3 Prozent niedriger als
im gleichen Monat ein Jahr zuvor. Die Amtsgerichte hatten 1.465 Insolvenzanmeldungen abzuarbeiten.

Der Schein der guten Nachricht trügt jedoch und zwar gewaltig. Dass obwohl der vor allem im April hoch aktive vernichtende Feldzug der politischen Lockdown-Verordnung einen Höhepunkt erreichte und dennoch deutlich weniger Insolvenzen angemeldet wurden als ein Jahr zuvor, hat einen einfachen Grund. Die Pflicht für eine Insolvenzanmeldung zum „gegebenen Anlass“ ist seit dem 01. März pausiert und wird voraussichtlich erst im Herbst wieder reaktiviert. Damit ist die Zahl der im April gemeldeten Insolvenzen kein Gradmesser für den allgemeinen Zustand der Unternehmen. Mit der erneuten Verpflichtung, bei Zahlungsunfähigkeit das Insolvenzgericht zu bemühen, dürfte noch in diesem Jahr eine Welle von Pleiten zu erwarten sein. Wer als Unternehmen das Lockdown-Desaster überlebte, hat dennoch beste Chancen, künftig auf einen enorm angewachsenen Schuldenberg zu blicken. Dies alleine ist schon darin begründet, dass die von der Bundesregierung aufgesetzten sog. Hilfskredite eine Bonität voraussetzten, welche eine Krisenlage des Antragstellers gar nicht vermuten ließen. Schließlich gilt ein Unternehmen mit rund 30 Prozent Eigenkapital, der „Rest“ Fremdkapital, als „hervorragend“ aufgestellt. Die im April angemeldeten Insolvenzen dürfen daher als „nachgewiesen hoffnungslose Fälle“ betrachtet werden.

Ausgerechnet das auch vor der mit Corona begründeten Lockdown-Krise noch boomende Baugeschäft hat es wohl ärger erwischt als bisher dargestellt. Mit immerhin 249 im April angemeldeten Pleiten war diese Branche am stärksten vertreten. Nicht weit weg davon landeten die Branchen Kfz-Reparaturwerkstätten und der Handel mit insg. 231 Anträgen. In der Gastronomie sind im April 159 hoffnungslose Fälle in die Insolvenz gegangen. Die Gesamtsumme der für die nun in bangender Wartestellung versetzten Gläubiger wird von Destatis alleine im April 2020 mit ca. 3,2 Milliarden Euro angegeben. Weniger Insolvenzanträge als ein Jahr zuvor, aber dafür um eine fast das Doppelte gestiegene Schuldnersumme. Im April vergangenen Jahres lagen die ausstehenden Summen nach Insolvenz bei fast 1,7 Milliarden Euro. Für Destatis ist diese vermeintlich Diskrepanz schnell erklärt. In diesem April gingen weitaus mehr „bedeutende Unternehmen“ unter als vor einem Jahr.

Traditionell ist der Löwenanteil der geforderten Summen auf Nimmer-wiedersehen weg. Für Gläubiger bleibt in der Regel der Verzicht auf rund 98 Prozent ihrer Forderungen.

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