Nach Italien-Wahl: Vertrauen muss von Frankreich ausgehen

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Nachdem die Wähler Italiens der Europäischen Union einen Wahlausgang bescherten, der weder der Politik noch der Finanzwelt gut bekommt, wird die Aufmerksamkeit wieder gen Frankreich gelenkt, um der erklärten „Vertrauenskrise“ ein Gegenmittel präsentieren zu können.

Italiens Patt-Situation wirkt wie Prellbock am Gleis-Ende

Eurokrise
In welchem EU-Land ist das Vertrauen versteckt?

In der Euro-Zone scheinen langsam die Ideen auszugehen, wie der „Glaube“, der eigentliche Stützpfeiler einer virtuellen Stabilität, an die Zukunft der Gemeinschaftswährung aufrecht erhalten werden könne. Italiens Wähler haben ihre „eigenen Ansichten“ klar zum Ausdruck gebracht und diese wurden bereits aus den Reihen der Finanzmärkte und Politik schlicht als falsch bewertet.

Es wird eng für den Euro, sehr eng. Die Wahlentscheidung in Rom, die mehr Unsicherheiten aufwirft als der Euroraum eigentlich zu verkraften vermag, schlug bereits bei den ersten Hochrechnungen auf die Märkte durch. Die Zinsen für Italiens 2-Jahres Bonds schossen in die Höhe, italienische Bankenaktien knickten ein und auch der Dax rutschte um gut 130 Punkte nach unten.

Die Voraussetzungen für Italien, aus dem Schuldendilemma mit einigermaßen heiler Haut heraus zu kommen, haben sich denkbar verschlechtert. Der „Wahl-Effekt“ dürfte noch einen langen Zeitraum anhalten, denn faktisch ist Rom kaum handlungsfähig. Noch in diesem Jahr angesetzte Neuwahlen gelten als so gut wie gesichert.

Nun ist wieder Frankreich gefordert – Maastricht wird hoch gehalten
Offenbar ist der aktuell „hoffnungslose“ Zustand in Italien für Bundesbank-Chef Jens Weidmann der Anlass gewesen, die Aufmerksamkeit wieder gen Frankreich zu widmen. Mit Italien kann derzeit kaum „ein Stich“ gelandet werden.

Weidmann ermahnte die Franzosen, das angestrebte Defizit-Ziel von 3% weiter zu verfolgen. Dazu gehörten weitere Maßnahmen für noch mehr Einsparungen im Haushalt, damit das voraussichtliche Defizit von 3,7 Prozent des Bruttosozialprodukts (BIP) für 2013 noch gedrückt werden könne. Es wäre gerade in dieser Zeit besonders wichtig, durch klare Signale das Vertrauen der Märkte zu steigern. EU-Wirtschaftskommissar Olli Rehn erinnerte lt. focus.de (Montag) daran, dass es in Europa eine Vertrauenskrise gebe und erklärte, „ein ausbleibendes Signal für ein notwendiges Bekenntnis wird nicht dazu beitragen, das Vertrauen der Investoren und Konsumenten in der Euro-Zone zu stärken.“

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