Müssen die Börsen den Konjunkturaufschwung fürchten?

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Die Börsen haben sich offenbar derart weit von der realen Wirtschaft entfernt, dass sogar eine umgekehrte Abhängigkeit zur Konjunktur eingetreten ist. Die Märkte fürchten sich vor einer Verbesserung der Wirtschaftslage und der darauf hin drohenden Einstellung der lockeren Geldpolitik.

Börsen agieren in einem Spiegelbild

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Verkehrte Welt der Börsen

Wiederholt reichten nur zwei unverbindliche und darüber hinaus auch noch wage Aussagen aus, um die US-Börsen auf eine abenteuerliche Fahrt zu schicken.
US-Notenbank-Chef Ben Bernanke stellte sich den Fragen vom Wirtschaftsausschuss des US-Kongresses und erklärte, das Anleihenkaufprogramm auf die unbestimmte Zeit des Notwendigen laufen zu lassen. In den USA müsse die Arbeitslosenquote auf mindestens 6,5 Prozent sinken, um dann wieder über einen Ausstieg aus dem Anleihekaufprogramm nachzudenken. Darüber hinaus sei der Ausstieg mit zu hohen Risiken verbunden. Für die Börsenhändler war die relative Aussage Bernankes bereits Anlass genug, um dem Dow Jones Industrial weiteren Auftrieb zu verleihen und diesen auf gute 15.542 Punkte zu setzen.

Zusätzlich ging aus dem am Mittwoch veröffentlichten Bericht der US-amerikanischen Notenbank Federal Reserve (Fed) hervor, dass eine frühzeitige Reduzierung des Anleihenkaufprogramms bereits ab dem kommenden Juni zur Debatte stünde, sofern sich die US-Wirtschaft auf einem stabilen Wachstumskurs befände. Das Zurückfahren der extrem lockeren Geldpolitik wäre damit nicht ausgeschlossen. Sichtlich ist das Vertrauen der Börsenhändler in eine positive Konjunktur-Entwicklung nur schwach ausgeprägt, denn die Abverkäufe setzten prompt ein und schickten den Dow-Jones Industrial auf Talfahrt. Zum Handelsschluss markierte der Index nur noch 15.307 Punkte (-0,52%). Auf die gleiche Achterbahnfahrt wurden auch der Nasdaq sowie die S&P-500-Index geschickt.

Die Höhenflüge an den Börsen werden durch die ultralockere Geldpolitik der Notenbanken angetrieben. Jegliche Aussagen zu diesen „Geldschwemme-Programmen“ besitzen entsprechend große „Hebel“. Der „Blasen-Charakter“ der Börsenwerte tritt an dieser Stelle besonders deutlich hervor und belegt wiederholt, dass die gehandelten Werte von der Realwirtschaft Lichtjahre weit entfernt sind. Ein Konjunkturaufschwung samt dem Abbau der Arbeitslosenquote scheint sogar reinstes Gift für die Börsenmärkte zu sein. Die Wirtschaft dürfte maximal nur schleppend vorankommen, damit die Notenbanken ihre Anleihekaufprogramme nicht einstellten. „Mehr contra produktiv geht nicht“.

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