Moody’s zieht Zyperns Bonität auf „Caa3“ herunter

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Zyperns Bonität wurde von der US-Ratingagentur Moody’s um drei Stufen abgesenkt. Lt. Begründung sei es die Quittung für einen maroden Bankensektor sowie die fatale Wirtschaftssituation im EU-Inselstaat.

Moody’s folgt Standard & Poor’s Meinung zu Zypern

Zyperns Abstufung
Moody's zieht Zyperns Bonität nach unten

Die Ratingagentur Moody’s ist medial auf die europäische Plattform zurück gekehrt und meldete der Öffentlichkeit ihre neueste Einschätzung zu Zyperns Kreditwürdigkeit. Mit dem „schlagkräftigen Argument“ einer dreistufigen Herabsetzung der Bonität des EU-Inselstaates mischt die US-Agentur die Marktverhältnisse in der Euro-Zone wieder etwas durch.

Demnach sieht Moody’s in den Staatsanleihen Zyperns ein erheblich gestiegenes Risiko für Anleger und bewertet die Schuldverschreibungen ab sofort mit der Note „Caa3“. Die vorherige Stufe „B3“ kann in den Augen der hausinternen Experten nicht mehr aufrecht erhalten bleiben. Eine weitere Abstufung in absehbarer Zeit droht durch einen „negativen“ Ausblick.

Worin erkennt Moody’s Zyperns Probleme?
Der Bankensektor sei derart angeschlagen, dass eine staatliche Hilfe als unabwendbar gilt. Darüber hinaus würde der Zyperns Schuldenberg noch weiter anwachsen. Die zyprischen Banken wären derzeit von einer Finanzspritze in Höhe von rund 10 Milliarden Euro abhängig, um eine notwendige Rekapitalisierung umsetzen zu können. Die derzeitigen Entwicklungen zeigten auf einen Schuldenstand von 150 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) noch im Jahr 2013.

Mit der Einschätzung folgt Moody’s seinem Mitbewerber Standard & Poor’s, die bereits im Dezember eine zweistufige Abwertung zu Zyperns Bonität vornahmen.

Der nächste aktive Eingriff in die Euro-Zone

Mit einem Schuldenstand von über 16 Billionen US-Dollar ist in den USA jeder Einwohner durchschnittlich mit knapp 41.000,- Euro verschuldet. Die Pro-Kopf-Verschuldung Zyperns betrug Ende 2011 etwas über 11.000,- Euro. Somit sind die Bürger der USA um rund das 3,8-fache höher verschuldet als der Inselstaat in der Euro-Zone.

Moody’s schätzt die Bonität, sprich Kreditwürdigkeit der USA mit der Bewertung „Aaa“, also die Bestnote ein. Zwar gab das US-Privatunternehmen bereits einen „Warnschuss“ ab, indem der Ausblick auf „negativ“ gesetzt wurde, setzt aber lediglich einen „erkennbaren Willen zum Schuldenabbau“ voraus, um von einer Abstufung abzusehen.

Die Begründungen zur Einschätzung der zyprischen Wirtschaft und dem Bankensektor sind nicht von der Hand zu weisen. Eine katastrophale Konjunktur und „faule Banken“ mit einer seit Jahren äußerst zweifelhaften Existenzberechtigung, sind tatsächlich Fakt. Dennoch zeigt sich das zweierlei Maß, mit dem die „unabhängigen“ Ratingagenturen inzwischen ganz offensichtlich die Dinge nach Wunsch und Bedarf ausrichten wollen.

Eine schlechter bewertete Bonität zieht beinahe automatisch eine Zinserhöhung mit sich, die den Staat vor noch größeren Ausgaben bzw. Schuldenaufnahmen stellt. Mit Griechenland hat sich gezeigt, dass am Ende die Steuerzahler für das „naturgegebene Recht“ der Zinseintreibungen für die Investoren aufzukommen haben.

Am 21. Januar wird sich die Euro-Gruppe, bestehend aus den Finanzministern der Euro-Mitgliedsländer, erneut zusammen setzen und sehr wahrscheinlich das Thema Zypern im Mittelpunkt stehen haben. Man darf gespannt sein.

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