Moody’s stuft Frankreichs Bonität ab

Ratingagentur-


Frankreichs Kreditwürdigkeit ist von der US-Ratingagentur abgestuft worden. Mit dem Schritt von „Aaa“ auf „Aa+“ fällt die Herabsetzung der Bonität zwar relativ klein aus, aber dennoch wird der „negative“ Ausblick zu Frankreichs Wirtschaft nicht ohne Folgen bleiben.

„Angeschlagene Wettbewerbsfähigkeit“

Kreditwürdigkeit
Frankreich auf AA+ gesetzt

Die Ratingagentur Moody’s stufe Frankreich noch gestern Abend von „Aaa“ auf „Aa1“ ab und schließt sich mit ihrer Einschätzung dem Mitstreiter Standard & Poor’s an. Weiterhin sieht Moody’s den Ausblick für die Kreditwürdigkeit Frankreichs als „negativ“.

Damit verlieren die Franzosen die Bestnote aufgrund der wirtschaftlich abgeschwächten Wachstumsaussichten, es mangelt an der Wettbewerbsfähigkeit, begründete die Ratingagentur Moody’s die neue Einschätzung zur Bonität. Darüber hinaus wäre die künftige finanzielle Entwicklung des Landes unsicher. Eine Einschätzung, wie Frankreich auf noch folgende Schocks innerhalb der Eurozone verkraften könne, sei unklar.

Bereits zu Beginn des Jahres senkte Standard & Poor’s die Kreditwürdigkeit Frankreichs von der Bestnote „AAA“ auf „AA+“ ab. Dennoch zeigte sich Finanzminister Pierre Moscovici scheinbar gelassen und sieht Moody’s Bewertung im Bezug auf die Vergangenheit. Letztendlich wäre es eine Folge aus der Politik der vorherigen Regierung, die zu wenig für den Sanierung des Haushalts zum Erhalt der französischen Wettbewerbsfähigkeit unternommen hätte. Rasche Reformen würden jedoch von der sozialistischen Regierung umgesetzt werden.

Frankreichs Abstufung wird „gelassen“ hingenommen

Angesichts der teils sehr heftigen Reaktionen auf eine „versehentliche“ Abstufung Frankreichs durch Standard & Poors’s im September 2011, wird jetzt Gelassenheit an den Tag gelegt. Dennoch wird auch Moody’s definitive Abstufung nicht ohne Folgen bleiben. Eine geringere Kreditwürdigkeit resultiert mit Zinsanhebungen, die den Banken eine Kreditbeschaffung schlicht verteuern. Ein derzeit höchst unerwünschter Effekt im Kampf gegen die Schuldenkrise.

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Ein Gedanke zu „Moody’s stuft Frankreichs Bonität ab

  • 20. November 2012 um 11:24
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    Kollektive Dummheit

    „Gegen das Böse läßt sich protestieren, es läßt sich bloßstellen, es läßt sich notfalls mit Gewalt verhindern, das Böse trägt immer den Keim der Selbstzersetzung in sich, indem es mindestens ein Unbehagen im Menschen zurückläßt. Gegen die Dummheit sind wir wehrlos. Weder mit Protesten noch durch Gewalt läßt sich hier etwas ausrichten; Gründe verfangen nicht; Tatsachen, die dem eigenen Vorurteil widersprechen, brauchen einfach nicht geglaubt zu werden – in solchen Fällen wird der Dumme sogar kritisch -, und wenn sie unausweichlich sind, können sie einfach als nichtssagende Einzelfälle beiseitegeschoben werden. Dabei ist der Dumme im Unterschied zum Bösen restlos mit sich selbst zufrieden; ja, er wird sogar gefährlich, indem er leicht gereizt zum Angriff übergeht.
    Daher ist dem Dummen gegenüber mehr Vorsicht geboten als gegenüber dem Bösen. Niemals werden wir mehr versuchen, den Dummen durch Gründe zu überzeugen; es ist sinnlos und gefährlich.
    …Soviel ist sicher, daß sie (die Dummheit) nicht wesentlich ein intellektueller, sondern ein menschlicher Defekt ist. Es gibt intellektuell außerordentlich bewegliche Menschen, die dumm sind, und intellektuell sehr Schwerfällige, die alles andere als dumm sind. …Dabei gewinnt man weniger den Eindruck, daß die Dummheit ein angeborener Defekt ist, als daß unter bestimmten Umständen die Menschen dumm gemacht werden, bzw. sich dumm machen lassen.
    …Daß der Dumme oft bockig ist, darf nicht darüber hinwegtäuschen, daß er nicht selbständig ist. Man spürt es geradezu im Gespräch mit ihm, daß man es gar nicht mit ihm selbst, mit ihm persönlich, sondern mit über ihn mächtig gewordenen Schlagworten, Parolen etc. zu tun hat. Er ist in einem Banne, er ist verblendet, er ist in seinem eigenen Wesen mißbraucht, mißhandelt. So zum willenlosen Instrument geworden, wird der Dumme auch zu allem Bösen fähig sein und zugleich unfähig, dies als Böses zu erkennen.“

    („Dummheit ist ein gefährlicherer Feind des Guten als Bosheit“, 1943)

    Die Ursache der gegenwärtigen „Finanzkrise“ ist aus heutiger Sicht so primitiv und die einzige Lösung in rein technischer Hinsicht so einfach, dass man als selbständig denkender Mensch geneigt ist, den „Verantwortlichen“ Boshaftigkeit zu unterstellen. Doch das ist ein Irrtum. Die „hohe Politik“ ist des selbständigen Denkens unfähig und weiß wirklich nicht, was sie tut. Sie ist für ihre hoffnungslos naiven Handlungen nicht verantwortlich.

    Hätte sich Dietrich Bonhoeffer (1906 – 1945) die Ursache der Dummheit bewusst machen können, wäre er kein Theologe mehr gewesen. Denn es ist die Religion, die den Kulturmenschen verdummt, damit er in einer noch fehlerhaften Makroökonomie, die Massenarmut, Umweltzerstörung und Krieg – und letztlich den Untergang der Kultur – unvermeidlich macht, die „Mutter aller Zivilisationsprobleme“ bis zum eigentlichen Beginn der menschlichen Zivilisation nicht sieht und auch gar nicht erst sehen will.

    http://www.juengstes-gericht.net

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