Moody’s setzt Deutschlands Bonitäts Aussichten auf Negativ

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Finnland bleibt als einziges Land übrig, das neben einer „Aaa“-Bewertung zusätzlich positiven Ausblick genießt. Moody’s setzte den Vorausblick der Bonität für Deutschland, Luxemburg und Niederlande auf ein Warnsignal. Zwar behalten die EU-Länder weiterhin ihre Top-Note, dennoch sieht die US-Ratingagentur dunkle Wolken aufziehen und setzt einen negativen Ausblick.

Moody’s Bewertung zielt auf Top-Bonität Deutschlands

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Moody's Einschätzung zur EU

„Wachsende Unsicherheiten in der Schuldenkrise“ lautet die Begründung, auch Deutschland die Türe zur Rutschpartie inzwischen offen zu halten. Der Anlass für das Setzen eines Minus vor die Top-Note hätte vor allem der immer wahrscheinlicher werdende Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone gegeben. Auf die Länder würden nach einem Griechenlandaustritt erhebliche Belastungen zukommen.

Moody’s geht davon aus, dass nach dem Exitus Griechenlands eine „Kettenreaktion von Schocks im Finanzsektor und ein Liquiditätsdruck auf Staaten und Banken“ ausgelöst werden würde. Die Euro-Länder würden einer solchen Entwicklung nur mit dem Einsatz von sehr viel Geld entgegen treten können. Darüber hinaus zeigten die EU-Länder zur Bekämpfung der Krisenbewältigungen lediglich Reaktionen statt Aktionen.

Ein weiterer Unsicherheitsfaktor bilde die enge Verknüpfung deutscher Banken mit den Krisenländer Spanien und Italien. Steigende Schulden und eine immer teurer werdende Finanzierung der Schuldenländer ginge zulasten der ohnehin schon anfälligen Institute in Deutschland.

Sollte Griechenland in der Euro-Zone verbleiben, änderte sich die prekäre Lage Europas kaum. Die Ratingagentur argumentiert ihre im Falle unveränderte Sichtweise mit den bisher ausgebliebenen Mitteln, die Schuldenkrise wirkungsvoll einzudämmen. Eine Stabilität wäre auf diesem Weg nicht in Sicht.

Ein gesteuerter Abschuss aus Übersee?

Wer „A“ sagt, sollte auch „B“ sagen, oder „wenn, dann bitte alle gleich“. Selbst wenn Moody’s Einschätzung dem Nagel auf den Kopf träfe, wird es umso unverständlicher, warum ausgerechnet USA mit ihrer Bonität nach wie vor buchstäblich hofiert wird. Ein Staat, der „pleiterer“ ist als die meisten anderen Länder dieser Erde. Dennoch genießt das „Dollar-Land“ sogar noch einen positiven, bzw. stabilen Ausblick.

Ist Moody’s schlauer als tausende Anleger?
Wer in deutsche Anleihen investiert muss derzeit einen „Sicherheits-Entgelt“ entrichten. Anders können die Negativ-Renditen nicht mehr bezeichnet werden. Historisch einmalig und beliebt wie „warme Brötchen“. Negativ-Renditen für Bundeswertpapiere, aber die Anleger werfen ihre Euros haufenweise ins Finanzministerium. Warum ist das so? Deutsche Anleihen gelt als so sicher, dass Investoren sogar einen Preis dafür bezahlen, um ihr Kapital in Sicherheit zu wissen.

Beide Fakten gegenübergestellt, das Top-Rating der USA und der Widerspruch zu tausenden Investoren im deutschen Anleihenmarkt, setzen die US-Ratingagentur wiederholt in ein zweifelhaftes Licht. Moody’s sollte Vorsicht walten lassen, um nicht ihre eigene Bonität in der Öffentlichkeit zu verspielen. Wiederholte Schritte offensichtlicher Manipulationsversuche führten letztendlich zu einer endgültigen Disqualifikation von der Glaubwürdigkeit.

Etwas unschlüssig sind auch zwei genannte Zahlen. Griechenland benötigt zur weiteren Rettung ca. 50 Milliarden Euro. Dieser Summe stehen genannte 45 Milliarden Euro Kosten gegenüber, wenn das Land die Euro-Zone verlassen würde. Ein Austritt des Schuldenlandes käme somit „günstiger“ als die Überlebensmaßnahmen im Wachkoma. Moody’s hätte Zeit gehabt, die „Einschätzung“ aus New York zu einem früheren Zeitpunkt zu veröffentlichen.

Die jüngste Bewertung durch die US-Agentur scheint lediglich der nächste Punkt in der Abarbeitungsliste des Destruktion-Programms gewesen zu sein.

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