Moody’s Bonitäts-Keule gegen Italien

Bonitätssenkung Italien-

Es rumort derzeit kräftig in Italien. Zuerst erlitt das Land eine deutliche Herabstufung der Kreditwürdigkeit, nun werden der antriebslosen Zugmaschine 13 Banken zum Schlepptau angehängt. Moody’s setzte die Bonität der Kreditinstitute Italiens gleich um mehrere Stufen herab.

Italiens Bonität gemeinschaftlich auf Talfahrt

EU-Krise
Italiens Bonitäts-Rutsch

„Der Einäugige ist der König unter den Blinden“. Der Staat hat die landesweit höchste Bonitätsstufe zurück erlangt und muss sie dennoch teilen. Die Rating-Agentur Moody’s sorgte mit einer weitaus deutlicheren Herabsetzung der 13 italienischen Geldhäusern dafür, dass Italien zur Reihe der am „wenigsten schlecht Aussehenden“ zugehört.

Erste letzte Woche am Donnerstag rutschte Italiens Bonität von „A3“ auf „Baa2“ mit weiterem negativen Ausblick. Gestern kamen die Institute des Landes an die Reihe.

Mit Abstrichen bei den Großbanken hat die US-Agentur nicht gegeizt. Unicredit und Intesa San Paolo erhielten als eine der größten Banken Italiens eine Position neben dem Staat. Moody’s stufte die beiden „Finanz-Jongleure“ ebenfalls um zwei Stufen von „A3“ auf „Baa2“ ab, mit negativem Ausblick.

Zu den beiden neu bewerteten Großbanken gesellen sich:
Banca CR Firenze (Carifirenze), Banca IMI, Banca Monte Parma, Banca Nazionale del Lavoro, Cassa di Risparmio di Parma e Piacenza, Banca Popolare Friuladria, Banca Carige, Credito Emiliano, GE Capital SpA, Cassa Depositi e Prestiti, Istituto Servizi Mercato Agricolo Alimentare und UniCredit Leasing.

Es läuft anders als geplant

Eine schlechte Bonität erschwert einem Land die Beschaffung weiterer Kredite. Ansteigende Zinsen für Staatsanleihen verteuern die weiterhin notwendige Liquidität. Moody’s Abstufung Italiens ist wohl die Quittung für die ins „Dornröschen Schlaf“ gefallenen Reformbewegungen.

Die Banken der EU mißtrauen sich ohnehin schon gegenseitig und geben sich kaum noch untereinander Kredite. Mit der niedrigeren Bonitätsstufe ereilt ihnen das gleiche Schicksal wie der italienischen Regierung. Kreditzinsen werden ansteigen und eine Geldbeschaffung entwickelt sich zur Herkulesaufgabe.

Kreditinstitute sind dafür bekannt, von ihren Ländern aus dem selbst geschaffenen Sumpf gezogen zu werden. Für das angeschlagene Italien werden Finanzhilfen an Banken eine immer größere Herausforderung.

Eine angestrebte Direkthilfe aus dem gemeinschaftlichen ESM erscheint als logische Konsequenz. Nach den EU-Gipfelbeschlüssen Ende Juni schlug Italien zusammen mit Spanien eine weitere Finanzspritze heraus. „Soforthilfen“ und EU-Hilfsfonds sind ins Stocken geraten. 120 Mrd. Euro können an die beiden EU-Südländer mangels Reglement nicht überwiesen werden und in Deutschland steht noch das Urteil des Bundesverfassungsgerichts aus.

Es wird eng für Italien und dem „Rest“ der Europäischen Union.

Bild: Gerd Altmann/Hintergrund:pixabay / pixelio.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Wir benutzen Cookies für die Verbesserung der Nutzerfreundlichkeit. Durch Ihren Besuch stimmen Sie dem zu.