Moody’s beweist mit Spaniens Abwertung die Instrumentalisierung

Eurokrise – Bankenkrise-

Moody’s hat Spanien und Zypern eine kräftige Ohrfeige verpasst. Zugleich straft die Ratingagentur damit die gesamte Europäische Union ab und scheint USA noch mehr Rückendeckung zu verleihen.

Konsequente Verfolgung der Strategie
US-Dollar
Der US-Doller bleibt
im besseren Schein-Licht

Um drei Stufen rutschte Spaniens Bonität in den Bewertungen der Ratingagentur Moody’s ab. Die Agentur aus den USA setzte das südeuropäische Land auf die „Schmerzgrenze“ Baa3. Lediglich ein Stufe über die „gefühlte Ramsch-Grenze“.

Zypern ist mit einer zweistufigen Herabsetzung der Kreditwürdigkeit auch nicht mit einem blauen Auge davon gekommen. Inzwischen auf Ba3 festgelegt und in der Finanzwelt als „echter Ramsch“ bewertet.

„Europa atmet auf“ und Moody’s bringt schlechte Luft

Für die Mainstream-Medien war der jüngst beschlossene 100 Mrd.-Rettungsschirm für Spanien ein Anlass, um von einer guten Nachricht zu berichten. „Europ atmet auf“ lauteten u.a. die einleitenden Worte nach dem Ergebnis der Verhandlungen.

Die Märkte reagierten wie nach einer entspannten Situation, die Aktien pushten und der Euro erhielt leichten Auftrieb.

Moody’s Begründung wandelt den angedachten Rettungsschirm in eine Pharse noch bevor dieser zum Greifen kommt. Das 100 Mrd. Euro Hilfspaket selbst sei der auslösende Punkt und hinreichende Begründung, Spaniens Bonität um 3 Stufen herab zu setzen.

Nicht von einer entspannten finanziellen Situation sei die Rede, sondern von einer Anhebung der Verbindlichkeiten. Spanien steht mit dem Rettungsschirm in einer höheren Schuldenlast.

Die Aussichten für Spanien und Zypern bleiben nach der dramatischen Abstufung weiterhin auf negativ. Moody’s kündigte im gleichen Zug eine wiederholte Abstufung an, sofern sich die Schuldensituation beider Länder nicht bessern sollte.

Die Verhältnismäßigkeit aus den Augen verloren
Nicht alleine die erneute Absenkung der Kreditwürdigkeit eines Mitgliedslandes der EU läßt an der Objektivität der US-Ratingagenturen erheblichen Zweifel zu, sondern in Verbindung mit der noch immer währenden Top-Note für den US-Haushalt.

Bis Ende 2011 baute der US-Haushalt einen Schuldenberg von über 15.500 Milliarden (15,5 Billionen) US-Dollar auf. Für das laufende Jahr 2012 werden gut 16.600 Milliarden Gesamtschulden erwartet.

Die US-Ratingagenturen stützen ihre Abwertungen der EU-Mitgliedsländer auf zu hohe Haushaltsschulden, mangels „Sparwillen“ und den negativen Aussichten, mit eigener Kraft aus Wirtschaftleistungen dem Haushalts-Defizit jemals wieder zu entkommen. Ein Schuldenabbau sei nur noch mit dem Verzicht der Gläubiger möglich (Schuldenschnitt).

Eine Kette von Begründungen die uneingeschränkt für Wirtschaft und Politik der USA zutreffen. Ein Kollabieren der US-Wirtschaft würde verheerendere Auswirkungen haben, als ein Zusammenbruch der Europäischen Union. Die Schulden der USA explodieren seit Jahren. Ein gemeinsamer Sparkurs (Demokraten / Republikaner) scheint ausgeschlossen und die einzige Lösung wird in den regelmäßigen Hochstufungen der Schuldengrenze gefunden.

Dennoch bewerten Moody’s und Fitch die Kreditwürdigkeit der USA nach wie vor mit der Top-Stufe. Einzige Ausnahme stellt Standard & Poor’s mit der zweitbesten Benotung dar.

Jede Bewertung ist eine erneute Offenbarung
Die gravierend unterschiedlich angesetzten Maßstäbe der weisen deutlich darauf hin, welches Ziel die (instrumentalisierten) Ratingagenturen verfolgen. Eine Stärkung der US Finanzpolitik durch vorsätzliche Schwächung der Euro-Zone.

Die Bonitätsabstufung eines Landes kommt dem gleich, als wenn dem Privat-Schuldner Stück für Stück die Arbeitskraft geraubt werden würde, damit die Tilgung noch schwerer fällt.

Der Wahlkampf in den USA hat bereits begonnen. Der Zweck heiligt die Mittel. Die marode US-Wirtschaft steht neben einer vorsätzlich geschwächten EU-Konjunktur zwar im besseren Licht, rettet aber nicht über die nackte Realität hinweg. Manipulationen durch Ratingagenturen dienen der Zweckerfüllung, Obama kann konstruierte „Erfolge“ präsentieren. Die Kalkulation wird am Ende aber nicht aufgehen können.


Bild: Rainer Sturm / pixelio.de

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