Misstrauen gegenüber Deutsche Bank: Berlin sei mitverantwortlich

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Die Deutsche Bank sieht in der Politik der Bundesregierung eine Mitverantwortlichkeit für das gestiegene Misstrauen der Märkte. Die Gesetzgebung zum Einbezug der Anleihegläubiger für den Ausgleich von Verlusten sei ein Hemmnis.

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Deutschlands größte Bank bezeichnet Deutschland als einen internationalen Sonderfall

Höherer Risikoaufschlag durch einzigartige Gesetzgebung

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sprach sich einst für eine „Markt konforme“ Demokratie aus und erhob das Zurückerobern des Vertrauens der Märkte als eines der obersten Ziele im Kampf gegen die Euro- und Finanzkrise. Nach Einschätzung der Deutschen Bank scheint die Bundesregierung von diesem Pfad der Tugenden allerdings abgekommen zu sein. Das gewachsene Misstrauen der Märkte gegenüber der größten Bank Deutschlands sei u.a. von der Politik Berlins zu verantworten.

Die beiden Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bank, John Cryan und Jürgen Fitschen, erklärten im gemeinsamen Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (F.A.Z.) (Montagsausgabe), dass vor allem das im letzten Jahr verabschiedete Gesetz für die neuen Haftungsregeln für Anleihegläubiger ausschlaggebend für den Vertrauensverlust sei.

Künftig können die klassischen Anleihen deutscher Geldhäuser in einer Schieflage zum Ausgleich von Verlusten herangezogen werden. Die Ratingagenturen stufen diese Papiere deshalb mit einem höheren Risiko ein. „Sie hat zwar damit das Problem des Haftungskapitals gelöst, aber andere Probleme geschaffen“, so Cryan zur Entscheidung der Bundesregierung. Dies sei einzigartig und mache Deutschland international zu einem Sonderfall.

Ein gestiegenes Misstrauen gegenüber der Deutschen Bank seien u.a. die Rechtsstreitigkeiten, von denen die größten Risiken von den USA ausgingen. Dennoch sehen Fitschen und Cryan keine Notwendigkeit, das Geschäftsmodell der Deutschen Bank grundlegend in Frage zu stellen.

Im Jahr 2015 fuhr die Deutsche Bank mit einem Defizit von 6,7 Milliarden Euro einen Rekordverlust ein. Hohe Kosten durch Rechtsstreitigkeiten und „herausfordernde Bedingungen“ an den Finanzmärkten lauteten die vorangestellten Gründe für den herben Verlust.





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