Mindestlohneinkommen in BRD bildet das EU-Schlusslicht

Mindestlohn-


In den meisten EU-Ländern wurde der gesetzlich vorgeschriebene Mindestlohn für 2016 angehoben. Das bei 8,5 Euro unveränderte Mindestlohneinkommen in der Bundesrepublik landet im Einkommensverhältnis im Mittelfeld und in absoluten Zahlen jedoch als Schlusslicht.

Geldbeutel

Mindestlohneinkommen in der BRD sorgt gerade mal für ein Existenzminimum

Mindestlöhne wurden teils um 17 Prozent angehoben

In der Europäischen Gemeinschaft (EU) aus 28 Mitgliedsländern verfügen 22 über einen gesetzlichen Mindestlohn. Die Bundesrepublik Deutschland führte den Mindestlohn zum 01.01.2015 ein. Mit dem Jahresanfang 2016 hoben 17 EU-Mitgliedsländer den gesetzlichen Mindestlohn an.

Das Mindestlohneinkommen beträgt in der Bundesrepublik auch im Jahr 2016 8,50 Euro pro Stunde. Der Wert markiert im EU-weiten Vergleich das Schlusslicht. Der Mindestlohn aller anderen EU-Länder liegt deutlich über 9 Euro pro Stunde, so der aktuelle Mindestlohnbericht des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung. In Luxemburg beträgt der Mindeststundenlohn 11,12 Euro.

In Bezug auf das mittlere Einkommen innerhalb der EU-Länder landet der Mindestlohn in der BRD im Mittelfeld.

Die nominale (ohne Berücksichtigung der Inflation) Anhebung der Mindestlöhne betrug für 2016 durchschnittlich 4,6 Prozent (3,7 Prozent im Jahr 2014).

Frankreich hob das Mindestlohneinkommen um 0,6 Prozent an, Portugal um 4,9 Prozent und Irland um 5,8 Prozent. Litauen und Bulgarien erhöhten die Lohnuntergrenze sogar um je 17 Prozent. Die Bundesrepublik zählt zu den fünf EU-Ländern, die keinerlei Anhebungen vornahmen.

Zum Leben zu wenig und zum Sterben zu viel

Ein Arbeitnehmer mit Mindestlohn, einer 38-Stunden Vollbeschäftigung, einem Kind, bleiben vom Bruttolohn nach Steuer- und Sozialabgaben rund 1.075 Euro übrig. Der Selbstbehalt für Unterhaltspflichtigte, bzw. das „Existenzminimum“ lautet 1.080 Euro.

Der durchschnittliche Mietpreis für eine 30qm-Wohnung in München lag 2015 bei gut 610 Euro („kalt“).

„Zum Leben zu wenig und zum Sterben zu viel“. Von der zu erwartenden Mini-Rente abgesehen, bleiben dem trotz Vollzeit tätigen Mindestlohn-Arbeitnehmer keine finanziellen Mittel übrig, um eine nennenswerte private Altersversorgung aufzubauen. Ab 2030 gilt ein Rentenniveau von 43% des letzten Nettoeinkommens. Dem „Mindestlohn-Rentner“ blieben gut 460,- Euro zum „Leben“. Heute arm und morgen noch viel ärmer.





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