Mindestlohne 2020 noch weit von Armutsgrenze entfernt

Politische Umsetzung „Wirtschaftswünsche“ –


Die Anhebung des Mindestlohns mit dem Beginn 2020 ist zwar ein Schritt in die richtige Richtung, aber dennoch weit davon entfernt, den Arbeitnehmern trotz Vollbeschäftigung vor der Armut zu bewahren.

Arbeitnehmer

Arm trotz Beschäftigung und dazu noch selbst zusätzlich für Rente vorsorgen?

12 Euro entsprächen derzeit 60 % des mittleren Einkommens

Mit dem neuen Jahr 2020 steigt ein weiteres Mal der gesetzlich vorgeschriebene Mindestlohn für Arbeitnehmer. Ab dem 01.01.2020 ist eine Lohnuntergrenze in Höhe von 9,35 Euro pro Stunde vorgeschrieben. Damit stieg der Mindestlohn binnen der vergangenen fünf Jahre um 85 Cent pro Stunde, im Schnitt um 17 Cent pro Jahr. Der Mindestlohn wird nach Vorschlag der Mindestlohnkommission vom Gesetzgeber angehoben.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), mit DGB-Vorstand Stefan Körzell in der Mindestlohnkommission vertreten, wolle bereits in diesem Jahr über die nächste Mindestlohnanhebung beraten. Ziel sei ein „armutsfester Mindestlohn, der zum Leben reicht.“ Als ein wichtiger Eckpfeiler steht die Lohnuntergrenze von 12 Euro. Dieser Betrag entspreche lt. DGB derzeit rund 60 Prozent des mittleren Einkommens bei einer Vollbeschäftigung. Somit steht für den Mindestlohn fest, dass dieser keinesfalls ein Garant für die Vermeidung von Armut sein kann. Ginge es mit der durchschnittlichen Mindestlohnanhebung weiter wie in den letzten 5 Jahren, bräuchte es weitere gut 15 Jahre bis zum Erreichen der Armutsschwelle. Vorausgesetzt das Lohnniveau bliebe in der gleichen Zeit auf aktuellem Stand, was allerdings kaum der Fall sein wird, denn der Kaufkraftverlust binnen der vergangenen 15 Jahre betrug gut 19 Prozent, bzw. die Preissteigerungen rund 24 Prozent. 1.000 Euro im Jahr 2004 waren Ende 2019 nur noch 804 Euro „wert“.

Mit steigendem Mindestlohn mehr kriminelle Arbeitgeber

Der Mindestlohn ist lediglich eine theoretische Größe. Der DGB moniert die nach wie vor umlaufende Praxis so mancher Unternehmen, die Mindestlohnreglung anhand Tricksereien zu umgehen. „Das Potential an kriminellen Arbeitgebern ist enorm“, so Körzell. Eine einfache Masche, den Mindestlohn zu umgehen, ist die Mehrarbeit der Arbeitnehmer ohne Entlohnung. Der DGB-Vorsitzende fordert seitens der Arbeitgeber mehr Entgegenkommen auch innerhalb der Mindestlohnkommission sowie verstärkte Maßnahmen seitens des Gesetzgebers, die Mindestlohnregelung auch durchzusetzen.

Noch immer eine Reihe von Mindestlohnausnahmen

Neben der nach wie vor deutlichen Unterschreitung des Mindestlohns der Armutsgrenze gibt es nach wie vor eine Reihe vom Gesetzgeber gewollte bzw. den Wünschen entsprechenden Ausnahmen. So gilt die Lohnuntergrenze nicht für Zeitungszusteller, Saisonarbeiter, Praktikanten, Flüchtlinge bzw. Migranten, unter 18-Jährige sowie zuletzt Langzeitarbeitslose.

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