Wie 55,5 Milliarden Euro aus dem Nichts aufgetaucht sind – Bilanzen?

Euro-Krise – HRE-

Die sog. „Bad Bank“, die (ehem.) Hypo Real Estate wird seit der quasi Verstaatlichung von FMS Wertmanagement geführt und sorgt für eine erneute Überraschung. Das Magazin Spiegel präsentierte gestern in der Online-Ausgabe einen freudestrahlenden Finanzminister Wolfgang Schäuble.

Nachdem die Hypo Real Estate durch ihre Zahlungsunfähigkeit das Bundes- Haushaltsdefizit im dreistelligen Milliardenbereich erhöhte, sorgt die „Nachfolgeverwaltung“ FMS mit einer überraschenden positiven Zahl für Erheiterung und auch für weiteren Streit.

Addieren & Subtrahieren: In der Weltwirtschaft zur hohen Kunst erkärt!

Nur ein kleiner Patzer?
Bild: Gerd Altmann / pixelio.de

Die sog. Finanzexperten haben sich einfach „nur“ verrechnet, um schlappe 55,5 Milliarden Euro. Der ehem. Finanzminister Eichel ist noch gut in Erinnerung, als nach dem Verkauf der UMTS-Lizenzen rund 100 Milliarden DM in die Bundeskassen hereinsprudelten.

Grob gerechnet 50 Milliarden Euro. Schon zu dieser Zeit galt allerdings der Geldsegen durch den Lizenzverkauf als ein kleiner Tropfen auf den heissen Stein. Die Staatsschulden sind dafür in den letzten knapp 10 Jahren jedoch sprunghaft angestiegen.

Mit dem heutigen geforderten „Europäischen Gedanken“ stehen inzwischen schon gehebelte Rettungsschirme im Billionen-Bereich gegenüber. 55,5 Milliarden Euro erscheinen dabei so gering, dass die Anhebung der dt. Beteiligung (Garantie) für den Rettungsschirm ESFS mal ganz „locker“ auf 211 Mrd. angehoben worden ist.

Die überraschende „Schuldsenkung“ kam einfach dadurch zustande, dass Mensch und/oder Computer schlicht Zahlen mit Minus-Vorzeichen und Plus-Vorzeichen aufaddiert hatten. Schulden und Guthaben wurden addiert und als Gesamtschulden bilanziert.

Bis mal jemand darauf kam, dass Guthaben keine Schulden sind. Jetzt achten die „Experten“ des FMS Wertmanagement beim addieren der einzlnen Posten auf die positiven oder negativen Vorzeichen.

Die „neu entdeckten Werte“ in Form von Barsicherheiten der Finanzderivate haben derzeit einen Nominalwert von 55,5 Milliarden Euro, es bleibt zu hoffen, dass dieser Wert (auf Papier) noch länger Bestand haben wird.

Rückwirkend darf die Bundesregierung die Haushaltsverschuldung im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) für das Jahr 2010 von 84,2 auf 83,2 Prozent senken. Dennoch bleibt die geringere Belastung durch die HRE von 216,5 Mrd. Euro auf neuerdings rund 161 Mrd. Euro eine Schätzung.

Offensichtlich sind sich die Finanzexperten trotz erneuter Berechnung und Bilanzierung noch nicht sicher. Hier wird wieder klar, dass trotz nach „Übernahme“ durch Staat und neuer Verwaltung, trotz weit geöffneten Büchern, die finanziellen und wirtschaftlichen Verflechtungen einer weltweit agierenden Bank undurchdringlich erscheinen mögen. Keiner findet den Durchblick.

Dass die Hypo Real Estate immer noch griechische Anleihen im Gegenwert von 8,8 Mrd. in den Bilanzen stehen hat, dürfte trotz Schuldenerlass eigentlich nur noch eine Randerscheinung sein. Was wären bei 50% Schuldenschnitt schon 4,4 Mrd. Euro?

Die SPD hat zu diesem Thema (natürlich) eingehakt und fordert Aufklärung und Rechtfertigung von den verantwortlichen Personen, in erster Linie vom Finanzminister Wolfgang Schäuble. Ein überflüssiger Streit, den in diesen Zeiten wirklich Niemand braucht.

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