Mehrheit sei für Freihandel – BDI ist begeistert

Freihandel-


Eine Mehrheit der Bundesbewohner rechne durch den Freihandel mit positiven Auswirkungen für die deutsche Industrie. Etwas mehr als ein Drittel geht von persönlichen Vorteilen aus.

BDI begrüßt das in Umfrage-Ergebenis

Business
Vorteile für die Industrie - Ja, klar

Der Freihandel sei gar nicht mal so schlecht, vor allem ein Vorteil für die Industrie. 52 Prozent der befragten Bundesbewohner seien lt. einer INSA-Umfrage davon überzeugt, dass sich der Freihandel positiv auf die deutsche Industrie auswirke. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) nahm das Umfrageergebnis mit Wohlwollen auf und BDI-Präsident Dieter Kempf warnte: „Wir dürfen eine Trendwende weg vom Freihandel hin zu Abschottung nicht zulassen.“

Neben den von 52 Prozent der Befragten angenommenen Vorteilen für die Industrie durch den Freihandel, rechnen 36 Prozent mit persönlichen Vorteilen. Nachteile durch den Freihandel befürchteten lt. Umfrage lediglich 21 Prozent. Auftraggeber dieser Umfrage ist der BDI.

Das Ergebnis sei wichtig in einer Zeit, „in der Politiker weltweit wieder verstärkt auf Abschottung setzen“, so Kempf. Der Protektionismus sei für alle schädlich und der globale Handel sei kein Nullsummenspiel, bei dem es einen Gewinner und einen Verlierer gebe. Die USA sollten sich dieser Erkenntnis nicht entziehen, so der BDI-Präsident. Bemerkenswert sei, dass die Auswirkungen auf einen selbst von den Menschen weitgehend positiv eingeschätzt werden.

Für den BDI ist somit geklärt, dass die Gegner von freiem Handel in der Bundesrepublik keinesfalls die Mehrheit stellten. Jeder vierte Arbeitsplatz in der Bundesrepublik hänge vom Export ab und in der Industrie sogar jeder zweite.

Etwas mehr als ein Viertel (27 %) der Befragten traute sich keine eigene Meinung zu den Auswirkungen des Freihandels zu. Für den BDI sei dies ein klares Zeichen, dass nun Politik und Wirtschaft gefordert seien, für mehr Aufklärung zu sorgen.

Es fehlten noch wichtige Antworten

Es mag durchaus stimmen, dass etwas mehr als die Hälfte der Befragten davon ausgeht, dass der Freihandel Vorteile für die deutsche Industrie einbringe. Immerhin ist TTIP, CETA und Co. auch Sinn und Zweck, den Unternehmen durch Handelserleichterungen von Lasten zu befreien. Die Mehrheit von 52 Prozent mag dies durchaus richtig erkannt haben. Allerdings fehlte die Frage, oder auch nur die Antwort, von welchen Auswirkungen diese Mehrheit der Befragten auf die Arbeitnehmer ausgehen. Sind die 36 Prozent, die von persönlichen Vorteilen ausgehen, die gleichen, die auch von Vorteilen für die Industrie ausgehen, bzw. wie groß sind die Schnittmengen?

Mögliche alternative Interpretation
Die Antwort der 52 Prozent könnte auch lauten: „Die Industrie hat Vorteile, die Bevölkerung aber nicht“. Das Defizit an Aufklärung ist bei den 36 Prozent zu finden, die vom Freihandel einen persönlichen Vorteil erwarten.


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