Mehr Menschen vom sozialen Abstieg unter Armutsgrenze bedroht

Armutsgefährdung-


Immer mehr Menschen in der Bundesrepublik droht der soziale Abstieg unter die Armutsgrenze. Im Jahr 2015 lag die Armutsgefährdungsquote höher als zehn Jahre zuvor. Das betrifft vor allem die Bewohner der alten Bundesländer.

Immer mehr Menschen in Westdeutschland rücken Armutsgrenze näher

Hoffnungslosigkeit
Armutsgefährdung statt Armutsgrenze - Wohlwollend

Das Niveau der Armutsgefährdungsgrenze stieg in den letzten 10 Jahren an. Das Risiko unter die Armutsgrenze zu fallen, lag dabei in Nordrhein-Westfalen im Jahr 2015 bei 17,5 Prozent. Im Jahr 2005 waren in diesem Bundesland 14,4 Prozent der Bewohner armutsgefährdet. Die Statistikbehörde Destatis stellte auch in Bremen (2,5 Prozentpunkte) und Berlin (2,7 Prozentpunkte) einen deutlichen Anstieg des Armutsrisikos fest. In den neuen Bundesländern sank dagegen die Anzahl der armutsgefährdeten Menschen ab. Am stärksten in Brandenburg (-2,4 Prozentpunkte) und in Mecklenburg-Vorpommern (-2,4 Prozentpunkte). Das Risiko unter die Armutsgrenze abzurutschen, ist bei den beiden Bundesländern allerdings mit 16,8 Prozent bzw. 21,7 Prozent sehr hoch.

Bremen wies im Jahr 2015 mit 24,8 Prozent das bundesweit höchste Armutsrisiko auf, gefolgt von Berlin (22,4 %) und Mecklenburg-Vorpommern (21,7 %). Die Bundesländer mit den niedrigsten Gefährdungsquoten waren Hessen (14,4 %), Baden-Württemberg (11,8 %) und Bayern (11,6 %).

Armutsgefährdung bei Einheimischen auf gleichem Niveau

Der Anstieg des Risikos, unter die Armutsgrenze abzurutschen, betrifft überwiegend nur die Menschen mit Migrationshintergrund, so die Hans-Böckler-Stiftung am Mittwoch. Allerdings bezog sich die Stiftung auf den Vergleich zwischen 2014 und 2015. Die Quote stieg demnach für die gesamte Bevölkerung um 0,3 Prozentpunkte auf 15,7 Prozent an. Die Armutsquote der Bevölkerung “ohne Migrationshintergrund” sei bei 12,5 Prozent auf konstantem Niveau geblieben.

Die Armutsgrenze an sich ist in der Bundesrepublik nicht eindeutig definiert. Statistiker sowie Politiker sprechen vorzugsweise von einer “Armutsgefährdung” und diese beginnt dann, wenn den betroffenen Menschen weniger als 60 Prozent des “bedarfsgewichteten” mittleren Einkommens der Gesamtbevölkerung zur Verfügung stehen. Im Jahr 2013 lag diese “Armutsgrenze” bei 892 Euro pro Monat.


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