Mehr als 100 Millionen Umsatz für Silvesterknaller 2010 – 2011 erwartet

Neujahr 2011 – Umsatz Böller-

„Das Geld liegt nicht auf der Strasse, denn es wird sofort gen Himmel geschossen“ könnte man direkt behaupten, wenn jedes Jahr in der Nacht vom 31.12 zum 01.01 der Nachthimmel für einige Minuten mit bunten Farbblitzen aufgehellt wird.

Die Hersteller und Händler der Silvesterknaller, Raketen und sog. Chinaböller reiben sich die Hände und spekulieren schon einige Tage vor Verkaufsstart über einen evt. neuen Umsatzrekord gegenüber dem Vorjahr.

Raketen – Böller – Silversterknaller – Die jährliche Hochkonjunktur
Silvester 2010
Ungebrochene Einkaufslust Silverster-Raketen

Ein kleines Zahlenspiel – Nicht völlig abwegig, aber auch nicht ernst zu nehmen

Bei angenommenen 100 Mio. Umsatz, Verkaufsstart der 30.12. und Ladenöffnungszeiten ca. 18 Stunden (am 30.12. für 12 Stunden, am 31.12. für 4 Stunden), wären das ca. 5,5 Mio. Umsatz pro Stunde. Eine beeindruckende Zahl.

Der Raketen- und Böllereinkauf bedeutet im Schnitt ca. 1,60 Euro Ausgaben pro Erwachsenen in Deutschland, das hört sich nicht nach besonders viel an.

Allerdings relativiert sich der Betrag wenn z.B. der Tagessatz von Hartz 4 als Bezug genommen wird. Immerhin wird in einschlägigen Foren darüber diskutiert „warum sich Hartz 4 -Empfänger das überhaupt leisten könnten“, sogar von der „Unterschicht“ ist die Rede (Quelle).

Die Berechnung lässt sich fortsetzen

Musterbeispiele zum Tagessatz als Grundlage für den Hartz 4 Bezug zeigen auf, dass für Nahrungsmittel ca. 4,- Euro pro Tag angerechnet sind. Der „eingefleischte Buchhalter“ würde jetzt vorrechnen, vorausgesetzt alle Erwachsenen wären Hartz 4 Empfänger, dass bei 2,5 Böller-Einheiten für einen ganzen Tag auf das Essen verzichtet werden sollte um die Bilanzen wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Wer noch zum Silverster-Anlass Knabberpackungen und Snacks eingekauft haben sollte, müsste für die kommende Woche eine finanzielle Zwangsdiät einlegen.

Die Zahl „100 Millionen Euro / 100.000.000 Euro“ – Schwer Vorstellbares bleibt „fiktiv“
Mal ganz erhlich, wer kann sich die Zahl 100 Millionen wirklich bildhaft vorstellen, geschweige diese Zahl auf seinem Guthabenkonto oder gar als Bargeld in der Socke unterm Kopfkissen visualisieren? Größen und Dimensionen, die nicht leicht oder gar nicht zu greifen sind, stumpfen auch sehr schnell in der Wertigkeit ab.

Im Vergleich zu den „Alltagssummen“ die in den Medien regelmäßig auftauchen, sind 100 Millionen teilweise nur reine „Erdnüsse“. Milliardenschulden hier, Milliarden-Finanzlöcher dort, Rettungsschirme für die EU und um nicht die Heimat zu vergessen, die benötigten Milliardensummen der eigenen Kommunen.

Wäre da jetzt nicht auch das beliebte Schwarzbuch vom Bund der Steuerzahler e.V. (BdSt), dann könnte man die 100 Mio. für die Silvesterraketen und Böller ruhig so stehen lassen. Das Schwarzbuch zeigt eine jährliche Auflistung von als „Steuerverschwendung“ bewerteten Ausgaben des Bundes und der Länder.

Unsinnige Ausgaben, die durch bessere Alternativen oder Unterlassungen hätten eingespart werden können (Quelle BdSt).

Der Leser des Schwarzbuches vom Bund der Steuerzahler hat ein Mitspracherecht und kann die einzeln aufgeführten Vorfälle bewerten und in einer Top-Ten Liste einreihen. Ein paar Beispiele:

  • Das Alphorn-Quartett in Nordrhein-Westfalen – Steuergelder in Höhe von 11.000,- Euro
  • Campingplatzgebäude Niedersachsen und Bremen – Steuergelder in Höhe von 245.000,- Euro
  • PR-Agenturen für das Bundesarbeitsministerium – Steuergelder in Höhe von 15 Mio. Euro
  • Sanierung Treppenaufgang in Hessen – Steuergelder in Höhe von 285.000 Euro
  • Das „Sachleistungskonto“ Bundestagsabgeordnete – Steuergelder von 12.000 Euro / Jahr / Abgeordneten
  • Subvention an Vier-Sterne-Hotel Rheinland Pfaltz- Steuergelder in Höhe von 7,2 Mio. Euro

Die o.g. Beispiele sind aus der aktuellen Top 10 Liste des Schwarzbuches entnommen und stellen lediglich einen kleinen Auszug des Gesamtumfangs dar.

Zu recht werden unsinnige Steuerausgaben, die teilweise sogar „Sitte und Anstand“ verletzen, öffentlich an den Pranger gestellt, jedoch mit der Gegenüberstellung der verschwendeten Summen von Steuergeldern und den kalkulierten 100 Mio. Umsatz zu Silvesterknallern entsteht wiederum eine neue Relation.

Böller und Raketen werden buchstäblich in die Luft gesprengt, was übrig bleibt sind die heruntergefallenen Abfälle, die zumeist von den Mitarbeitern des städtischen „Aufräumkommandos“ beseitigt werden dürfen.

Silverster hat Tradition, das neue Jahr begrüßen, die alten Probleme abschütteln oder mit neuer Motivation begegnen.
Da darf Mann oder Frau ruhig 1,60 Euro ausgeben, um das Vorhaben für das kommende Jahr so richtig mit „Pauken und Trompeten“ zu untermauern.

Ein glückliches und erfolgreiches Jahr 2011!

Ein Gedanke zu „Mehr als 100 Millionen Umsatz für Silvesterknaller 2010 – 2011 erwartet

  • 3. Januar 2011 um 11:49
    Permalink

    I’ve recently started a blog, the information you provide on this site has helped me tremendously. Thank you for all of your time & work.

    Antwort

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Wir benutzen Cookies für die Verbesserung der Nutzerfreundlichkeit. Durch Ihren Besuch stimmen Sie dem zu.