Lohndrückerei für Wettbewerbsfähigkeit nicht ausreichend?

Arbeitnehmerabschöpfung –


Niedrige Löhne seien notwendig für das Bestehen im internationalen Handel und natürlich für die Sicherung der Arbeitsplätze. Die systematische Lohndrückerei scheint jedoch nicht mehr auszureichen. Das Weltwirtschaftsforum sieht die deutsche Wettbewerbsfähigkeit abgleiten. Der an die Konsumenten gerichtete Appell zu mehr Verzicht geschah bereits im Vorfeld.

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Deutsche Wettbewerbsfähigkeit lt. WEF abgerutscht

Neben der „Arbeitsplatzsicherung“ gehört auch der Begriff „Wettbewerbsfähigkeit“ zu den meist (ab-)genutzten Argumenten für die Durchsetzung der Konzerninteressen bei den aktuell verantwortlichen Politikern. Letztendlich sei die deutsche Wirtschaft aufgrund ihrer Exportlastigkeit von der internationalen Wettbewerbsfähigkeit extrem abhängig. Inzwischen weist der deutsche Arbeitsmarkt im Dienste dieser Wettbewerbsfähigkeit den größten Niedriglohnsektor Europas auf und dies angesichts eines ebenfalls extrem hohen Handelsbilanzüberschusses. Mehr exportierte Wertschöpfungen als importierte. Kapitalexport und angesammeltes sog. Auslandsvermögen werden dazu als Gradmesser einer funktionierenden Exportwirtschaft definiert.

Doch das Niederdrücken des Lohnniveaus scheint nicht gereicht zu haben. Die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft sei jüngst stark zurückgegangen, so das Ergebnis des Weltwirtschaftsforums (WEF). Dies ist die bekannte Stiftung, die jährlich im Schweizer Davos das Stelldichein der Politik- und Wirtschaftsvertreter veranstaltet. In der Rangliste des WEF fiel die Bundesrepublik von der zuletzt 3. auf nun 7. Position zurück. Vor der deutschen Wirtschaft lägen nun u.a. Japan, die Niederlande, Hongkong und die Schweiz. Ganz vorne landeten Singapur und die USA.

Deutsche Schuldensituation ist dagegen „top“

Die Rangliste spiegelt einen ganzen Pool aus unterschiedlichen Kategorien wider. Während die Bundesrepublik im Sektor Innovation noch die führende Position einnehme, sehe es im Bereich digitale Infrastruktur zappenduster aus. Dies betreffe nicht nur den Ausbau der Glasfaserleitungen sondern auch den Mobilfunk. Dennoch hat die Stiftung auch eine gute Bewertung für den derzeit ökonomischen Zustand der Bundesrepublik. Die Inflationsrate und die Schuldensituation (knapp 2 Billionen Euro) seien top.

Erweiterte Abschöpfung der Arbeitnehmer notwendig

Offenbar reichen die Abschöpfungen des Arbeitnehmers nicht mehr aus. Die Produktivität der Menschen scheint ausgereizt. Noch niedrigere Löhne dürften langsam zu „unruhigen Zuständen“ im Land führen und könnten somit die liebevoll umworbenen Investoren verunsichern. Im Rahmen des „Klimaschutzes“ wurde bereits im Vorfeld der „notwendige Verzicht“ auf die Fahnen geschrieben. Dies wäre z.B. ein solcher geeigneter Ansatz, das Verhältnis zwischen Arbeitsabschöpfung und Rückflüsse an Arbeitnehmer bzw. Konsumenten zugunsten der Nutznießer zu verbessern.

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