Leicht gestiegene Reallöhne im Quartal III 2012

Reallöhne 2012-


Den Arbeitnehmern ist auch im dritten Quartal 2012 mehr Geld in der Tasche geblieben. Die angestiegenen Löhne konnten die Teuerungsrate nicht nur ausgleichen sondern brachten den Verbrauchern sogar etwas mehr Liquidität ein. Lediglich die „geringfügig Beschäftigten“ gingen wiederholt als Verlierer hervor.

Im dritten Quartal 2012 mehr Geld in der Tasche

Reallöhne
Gestiegene Reallöhne 2012
Bild: Wilhelmine Wulff / pixelio.de

Im dritten Quartal 2012 sind die durchschnittlichen Real-Löhne in Deutschland gegenüber dem dritten Quartal 2011 lt. dem Statistischen Bundesamt (Destatis) um 1 Prozent gestiegen. Im gleichen Zeitraum stiegen die Nominal-Löhne durchschnittlich um 3 Prozent an. Gleichzeitig erhöhten sich die Verbraucherpreise jedoch um 1,9%.

Seit dem ersten Quartal 2010 sind die Reallöhne zu keinem Quartalsabschluss gesunken. Innerhalb der letzten dreizehn Quartale blieben die Löhne in zwei Quartalen unverändert und in neun Quartalen wurde ein Zuwachs festgestellt.

„Praktische Zahlen zu den Löhnen“
Pro Monat verdiente im dritten Quartal 2012 ein vollzeitbeschäftigter Arbeitnehmer in Deutschland durchschnittlich 3.404,- Euro brutto. Dabei gingen die Beschäftigten bei Versicherungen und Banken mit den höchsten Einkommen (4.495,- Euro) nach Hause. Gleich folgend sind die Vollzeitbeschäftigten in der Energieversorgung (4.494,- Euro) und im Bereich der Kommunikation und Information (4.395,- Euro). Im Gastgewerbe wurde mit einem durchschnittlichen Lohn in Höhe von 1.987,- Euro das niedrigste Bruttoentgelt ausgezahlt.

Unterschiedliche Gehaltsanstiege nach Branchen

Die Bruttomonatsverdienste sind lt. Angaben des Nominallohnindex im Zeitraum zwischen 2007 und 2011 unterschiedlich stark angewachsen. Je nach Beschäftigungsart konnten die Verbraucher die beständigen Preisanstiege (Verbraucherpreise) mehr oder weniger gut ausgleichen.

Der Anstieg der Verbraucherpreise betrug +6,6%

  • Vollzeitbeschäftigte: +9,3%
  • Teilzeitbeschäftigte: +10,3%
  • Geringfügig Beschäftigte: +6,0%
  • Gesamtdurchschnitt aller Beschäftigten: +9,4%

Reallöhne – Nominallöhne – Verbraucherpreise

Zeitraum Reallohnindex Nominallohnindex Verbraucherpreisindex
Veränderung gegenüber dem Vorjahreszeitraum in %
Jahr 2008 0,5 3,1 2,6
Jahr 2009 – 0,3 0,1 0,4
Jahr 2010 1,5 2,7 1,1
Jahr 2011 1,0 3,3 2,3
1. Quartal 2008 – 0,1 2,8 2,9
2. Quartal 2008 0,9 3,8 2,9
3. Quartal 2008 – 0,1 3,0 3,1
4. Quartal 2008 0,9 2,6 1,7
1. Quartal 2009 – 0,2 0,7 0,8
2. Quartal 2009 – 1,0 – 0,7 0,3
3. Quartal 2009 0,7 0,4 – 0,2
4. Quartal 2009 – 0,2 0,2 0,4
1. Quartal 2010 0,8 1,6 0,8
2. Quartal 2010 2,1 3,2 1,1
3. Quartal 2010 1,4 2,6 1,2
4. Quartal 2010 1,4 2,9 1,5
1. Quartal 2011 1,8 3,9 2,1
2. Quartal 2011 1,6 4,0 2,3
3. Quartal 2011 0,5 2,9 2,5
4. Quartal 2011 0,0 2,4 2,3
1. Quartal 2012 0,0 2,1 2,2
2. Quartal 2012 0,6 2,5 1,9
3. Quartal 2012 1,0 3,0 1,9

Quelle: Destatis
Update: Endgültige Zahlen Quartal III 2012 und Ergebnis Quartal IV 2012

Kaufen statt sparen, nur dann passt die Kalkulation

Sofern der voll- oder auch teilbeschäftigte Verbraucher „brav konsumieren“ war und sich nicht dafür entschied, sein sauer verdientes Geld auf ein Sparkonto zu legen, geht die Rechnung auf. Immerhin blieb dem Arbeitnehmer ein Plus von 0,6 im Quartal II und ein Plus von 1,0 im Quartal III 2012 übrig, nachdem die Preissteigerungen des „virtuellen Warenkorbs“ abgezogen wurden. Liegt ein Teil vom Geld jedoch auf ein niedrig verzinstes Sparkonto (Zinsen geringer als 2%), dann ist dieses vermeintliche Plus bereits aufgelöst worden.

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