Lebensmittelspekulationen: Deutsche Bank & Allianz in heftiger Kritik

Finanzspekulation Rohstoffe-


Die Deutsche Bank und der Allianz-Konzern stehen erneut unter heftigem Beschuss aufgrund ihrer Aktivitäten zum spekulativen Handel mit Rohstoffen und Lebensmitteln. Die Verbraucherorganisation foodwatch wirft den beiden Finanzkonzernen Skrupellosigkeit vor und bezichtigt die größte Bank Deutschlands der Lüge.

Hohe Renditen stehen der (fragwürdigen) Moral gegenüber

Lebensmittelspekulationen
Dicke Gewinne auf Kosten Hungernder?

Finanzspekulationen auf Rohstoffe und besonders Lebensmittel stehen seit jeher in der Kritik der internationalen Hilfsorganisationen und Verbraucherschützer. Umstritten sind die Auswirkungen der Spekulationen auf Lebensmittelpreise bzw. Kosten der Grundnahrungsmittel. Bereits Mitte Januar standen die zwei Finanzriesen Deutsche Bank und Allianz im Mittelpunkt der Diskussionen, ob deren Lebensmittelspekulationen negative Einflüsse auf die Weltmarktpreise ausübten.

Deutschlands größte Bank sowie der Versicherungskonzern Allianz verteidigten ihren Standpunkt, dass der Handel mit Agrar-Rohstoffen offenbar für Verbraucher keine negativen Preisentwicklungen verursachte. Beide Finanzkonzerne erklärten, an diesem Marktsektor weiterhin aktiv bleiben zu wollen, da es „keine Beweise für die Schädlichkeit von Lebensmittelspekulationen“ gebe.

„Neu entdeckte“ Dokumente stellen das Gegenteil dar
Die Verbraucherorganisation foodwatch holt erneut gegen die Praktiken der beiden Finanzkonzerne Deutsche Bank und Allianz aus. Auslöser weiterer scharfer Kritiken sind demnach aufgetauchte Dokumente, die nur für „interne und vertrauliche“ Zwecke der Allianz gedient haben sollen und nun der Verbraucherorganisation vorlägen. Daraus gingen die Aussagen hervor, dass „die Preisausschläge durch Spekulationen zwar nicht ausgelöst, zumindest aber verstärkt wurden“.

Von der Deutschen Bank lägen ebenfalls Dokumente aus der Abteilung DB Research vor. Auch der Banken-Primus hätte somit Kenntnis über schädliche Einflüsse durch Lebensmittelspekulationen gehabt und sogar davor gewarnt haben, denn derlei „Spekulationen können für Verbraucher und Landwirte schwerwiegende Folgen haben“. Die Deutsche Bank räumte darin sogar ein, dass die Auswirkungen inakzeptabel wären.

foodwatch hält energisch dagegen und „erinnert“ an die Aussage des Chefvolkswirtes der Deutschen Bank im Juni 2012 gegenüber dem Bundestagsausschuss. Demnach gebe es „kaum stichhaltige empirische Belege für die Behauptung, dass die zunehmende Bedeutung von Agrarfinanzprodukten zu Preissteigerungen oder erhöhter Volatilität geführt hat“.

Thilo Bode, Geschäftsführer der Verbraucherorganisation foodwatch, bezeichnete das Verhalten von Deutsche Bank und Allianz als ein Skandal, da die beiden Konzerne genau wüssten, welchen Schaden sie mit ihren spekulativen Finanzprodukten anrichteten. Sie täuschten die Öffentlichkeit und belogen darüber hinaus den Bundestag. Beide Finanzkonzerne würden ihre Geschäfte auf Kosten Hungernder skrupellos weiter führen. Bode forderte die Finanzhäuser dazu auf, sofort aus den Finanzprodukten auszusteigen bzw. diese umgehend vom Markt zu nehmen, denn bereits die Wahrscheinlichkeit, dass steigende Lebensmittelpreise zum Tode mangelernährter Kinder führen könnte, verpflichtete zu einem sofortigem Ausstieg.


Bild: CC0 1.0 Universal (Graph) & tarifometer24.com

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