Lautes Nachdenken über Zyperns Euro-Austritt

Zypernkrise-


Zypern verliert Top-Bewertung zum Währungsrating. Das schwer angeschlagene Euro-Land Zypern erhält die nächsten Tritte verpasst. Die US-Ratingagentur Moody’s hegt erhebliche Zweifel an einer weiteren Mitgliedschaft der Mittelmeerinsel in der Währungsgemeinschaft und hatte vorsorglich die auftretenden Risiken eingeschätzt, die bei der Wiedereinführung einer nationalen Währung zu erwarten wären.

„Über Euro-Austritt wurde bereits nachgedacht“

Zypern
Zypern stehen sehr schwere Zeiten bevor

Die US-Ratingagentur Moody’s hat mit ihren Bewertungen in ein Repoituare gegriffen, das in der bisherigen Euro-Krise so noch nicht in Erscheinung getreten ist. Neben der Einschätzung zur Bonität bzw. der Kreditwürdigkeit spielt u.a. das sogenannte Währungsrating (Country Ceiling) eine große Rolle, um den Zustand in einem Land eine Beschreibung geben zu können. Mit dieser Größe werden die Risiken beschrieben, die aufträten, falls ein Land aus der Euro-Zone austritt und wieder eine nationale Währung einführte. Zu Diskussion stünden z.B. die Werte bzw. Bewertungen von Wertpapieren nach der Gegenüberstellung einer neuen Währung.

Moody’s schätzt einen Austritt Zyperns aus der Euro-Zone offensichtlich als sehr wahrscheinlich ein. Am Mittwochabend setzt die Ratingagentur das Währungsrating von der bisher in der gesamten Euro-Zone geltenden Note „AAA“ auf ein „Caa2“ zurück, wie u.a. merkur-online.de (Donnerstag) berichtete. Ein großer Sprung über mehrere Stufen auf eines der schlechtesten Wert überhaupt. Bereits im Januar zog die US-Agentur die Bewertung Zyperns zum herkömmlichen Rating um drei Stufen auf „Caa3“ herunter. Dieser Wert samt „negativem“ Ausblick blieb jedoch unangetastet.

Die Ratingagentur zog als Begründung für diese drastische Maßnahme die kommende Umstrukturierung des Bankensektors sowie die eingeführte Kapitalverkehrskontrolle heran. Die Gefahr eines Euro-Austritts wäre sehr hoch. Sollte die Mittelmeerinsel tatsächlich die Währungsgemeinschaft verlassen, würden aufgrund der neuen Währungen sämtliche Wertpapiere des Landes erheblich an Wert verlieren.

Der als wahrscheinlich eingeschätzte Austritt Zyperns scheint bereits mehr Substanz zu haben, als aus nur rein spekulativen Grundlagen. So hätte sich lt. F.A.Z. (Donnerstagsausgabe) das Land bereits vorherige Woche auf der Schwelle zum Euro-Austritt befunden. Demnach wäre diese Option bei den Verhandlungsgesprächen in Betracht gezogen worden, wie Zyperns Außenminister Ioannis Kasoulidis gegenüber der F.A.Z zugab.

Die Einschätzung Moody’s deckt sich in ihrer Tendenz mit den Einschätzungen privater Anleger in Deutschland. Lt. dem sentix Euro Break-up Index vom März 2013 steht Zypern als Austritts-Kandidat ganz oben auf der Liste.

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