Langzeitarbeitslose auf dem Abstellgleis der Gesellschaft

Arbeitsmarkt –


Die Langzeitarbeitslosigkeit kann durchaus mit dem Abstellgleis der Gesellschaft verglichen werden. Die Bundesregierung zeigt für die Beseitigung dieses Problems nur oberflächliches Interesse, engagiert sich aber dafür, um aus den Langzeitarbeitslosen einen Vorteil für die Wirtschaft zu verschaffen.

Arbeitsmarkt

Langzeitarbeitslose als der „Ballast“ in einer „marktkonformen Demokratie“

Immer weniger Anteile Langzeitarbeitslose mit neuem Job

Die Laufbahn eines Langzeitarbeitslosen erweist sich immer öfters als das finale Abstellgleis. Immer weniger seit lange Zeit in Arbeitslosigkeit verweilende Menschen finden irgendwann wieder eine neue Beschäftigung. Im Jahr 2018 fanden 145.420 Langzeitarbeitslose eine reguläre Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt und fielen somit aus der entsprechenden Statistik, so die der Neuen Osnabrücker Zeitung (Dienstag) vorliegende Antwort der Bundesagentur für Arbeit (BA) auf eine Anfrage der Linken-Fraktion. Ein Jahr zuvor waren es demnach um 15.000 Langzeitarbeitslose mehr und gegenüber dem Jahr 2016 sogar um rund 30.000 Langzeitarbeitslose. Als wenn diese Schritte vereinheitlicht wären, lag der Unterschied gegenüber dem Jahr 2015 bei 40.000 Betroffenen.

Im Zeitraum zwischen 2015 und 2018 sank die Zahl der Langzeitarbeitslosen um rund 226.000 auf 813.400 Betroffene ab. Die Quote der Langzeitarbeitslosen, die aufgrund einer gefundenen Beschäftigung aus der Langzeitarbeitslosigkeit-Statistik gestrichen wurden, sank im gleichen Zeitraum jedoch ebenfalls ab. Im Jahr 2015 lag die Quote bei 13,2 Prozent, im Jahr 2018 nur noch bei 11,7 Prozent.

Nicht enthalten in der Statistik der Langzeitarbeitslosen sind alle Betroffenen, die bisher zwar über ein Jahr ohne Erwerb waren, aber an einer Weiterbildung teilnehmen (270.000) oder als arbeitsunfähig (450.000) gelten. Rund 40.000 Menschen schieden vollständig aus dem Erwerbsleben aus und für 50.000 gelten gesonderte Regelungen.

Für Langzeitarbeitslose gibt’s Mindestlohn-Ausnahme

Die Statistik-Filter ignorierend sind unterm Strich im Jahr rund 1,623 Millionen Menschen im Bundesgebiet länger als ein Jahr ohne Erwerb.

Mit der Rückkehr aus der Langzeitarbeitslosigkeit in die Erwerbstätigkeit sind die Betroffenen ohnehin schlechter gestellt, als die bisher kurzfristig Arbeitslosen. Für Langzeitarbeitslose gilt eines der zahlreichen Ausnahmen der Mindestlohnregelung. Langzeitarbeitslose haben in den ersten 6 Monaten in einer neuen Beschäftigung keinen Anspruch auf die Lohnuntergrenze. Diese Regelung wurde von der Bundesregierung erst im Februar 2017 wieder „aufgefrischt“. Nun unterstützt die Arbeitsmarkt-Politik der Bundesregierung auch noch die „Flexibilisierung“ des Arbeitsmarktes. Somit können Langzeitarbeitslose bequem unter Mindestlohn beschäftigt und nach einem halben Jahr wieder abserviert werden.

Bereits Januar 2016 stand fest, dass rund 90 Prozent der Langzeitarbeitslosen mit Hartz-IV abgespeist werden. Die Quote der in den Arbeitsmarkt Zurückkehrenden lag in dieser Gruppe bei gerade mal 1,3 Prozent pro Monat.

Die Bundesregierung zeigt ohnehin nur ein geringes Interesse, das Problem der Langzeitarbeitslosigkeit zu beseitigen. Im Jahr 2008 erhielten noch 2,7 Prozent der Betroffenen eine monatliche Fördermaßnahme und diese wurde bereits bis 2014 auf 1,4 Prozent gekürzt. Langzeitarbeitslose können durchaus als die auf den Abstellgleis ausgelagerten Mitglieder der Gesellschaft bezeichnet werden.




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