Tabaksteuer: Raucher weichen von Zigaretten auf Feinschnitt aus

Tabakbesteuerung Quartal 3 2012-


Offensichtlich weichen immer mehr Raucher auf „unfertige Zigaretten“ aus und lassen die Glimmstengel in Boxen und Schachteln verstärkt liegen. Das Statistische Bundesamt (Destatis) veröffentlichte die Steuereinnahmen und verkauften Mengen von Tabakprodukten für das Quartal III 2012. Zigaretten stagnierten, dafür legte der Verkauf von Feinschnitt kräftig zu.

„Ausweichverhalten“ der Raucher

Tabaksteuern
Von Zigaretten zum Feinschnitt
Bild: Sara Hegewald / pixelio.de

Dem Fiskus flossen im Quartal III 2012 3,7% weniger Steuern für Zigaretten zu als noch im Vorjahresquartal 2011. Ebenfalls rückgängige Steuereinnahmen verzeichnete die Finanzbehörde bei Zigarren und Zigarillos (-8,8%). Dagegen erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum der Steueranteil für Feinschnitt (+12,2%) und Pfeifentabak (+2,2%).

Lt. dem Statistischen Bundesamt erreichten die Tabakwaren im dritten Quartal 2012, die in Kleinmengen über den Ladentisch verkauft wurden, einen Wert von 6,5 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahresquartal entspräche dies einem Anstieg um +0,9%, bzw. 58 Millionen Euro.

Der berechnete Betrag ist das Ergebnis aus den von Herstellern und Händlern bezogenen Steuerzeichen, abzüglich der Steuererstattungen für zurückgegebene Steuerzeichen.

Bezogene Steuerzeichen (netto) in Quartal III 2012

Tabak-Erzeugnisse Versteuerte
Verkaufswerte
(in Mio. Euro)
Gegenüber
Q III 2011
Versteuerte
Mengen
Gegenüber
Q III 2011
Zigaretten 5.396,3 -1,4% 22.073 Mio. St. -3,7%
Zigarillos & Zigarren 193,1 -3,6% 975 Mio. St. -8,8%
Feinschnitt 891,1 18,6% 7.257 Tonnen 12,2%
Pfeifentabak 28,0 -0,1% 275 Tonnen 2,2%
Insg. 6.508,4 0,9%
Steuerwerte 3.808,6 0,1%

Quelle: Destatis

Die Tabaksteuererhöhung schlägt voll durch

Die Hintergründe, bzw. möglichen Gründe für diese Entwicklungen werden nicht genannt. Der Anstieg um gute 14% für die Feinschnittmenge und dem Pfeifentabak und die gleichzeitigen Rückgänge der Fertigprodukte wie Zigaretten, Zigarren und Zigarillos (insg. -12,5%) lassen auf eine Abwanderung der Konsumenten zum „do it yourself“ schließen. Die Preise zwischen fertigen Rauchprodukten und den getrockneten Tabakpflanzen sind erheblich.

Die Steuereinnahmen fallen dagegen etwas differenzierter aus. Zwar gehen die Entwicklungen außer beim Pfeifentabak in die gleiche Richtung, aber die Zunahme der Steueranteile ist im Vergleich zur verkauften Menge ausgeprägter. Offensichtlich ein Resultat der letzten Anhebung der Tabaksteuern zum 01.01.2012. Mit den Jahresanfängen 2013, 2014 und 2015 werden weitere Erhöhungen folgen.

„Schwarzmarkt-Anteile“ durch den illegalen Zigarettenschmuggel, die keinen unbedeutenden Anteil darstellen, müssten sich gesondert eingerechnet werden.

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