Leistungsschutzrecht ist durch – Hände der Verleger sind geöffnet

Deutsches Leistungsschutzrecht-


Das Leistungsschutzrecht ist nun nach seinen x-ten Anpassen vom Bundestag verabschiedet worden. Seit dem Start des Internets in Deutschland wird damit ein neuer Meilenstein gesetzt, deren Nachfolge-Stein sicher nicht lange auf sich warten lassen wird.

Die Verleger-Lobby begrüßt und jammert zugleich

Leistungsschutzrecht
Wehe dem, der nicht gefunden werden kann

Der Deutsche Bundestag hat heute das heftig umstrittene Leistungsschutzrecht „abgefertigt“ und auch verabschiedet. Angefangen von der ersten „geistigen Erleuchtung“ bis zur endgültigen Gesetzesvorlage wurde der Inhalt zu den genauen Details zahlreich verändert und den neuen „Vorstellungen“ angepasst.

Mit Zustimmung aber dennoch ohne einer „Rund-um-“ Zufriedenheit zeigte sich zur Verabschiedung des neuen Leistungsschutzrechts der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV). Der Verband begrüßt die Entscheidung des Gesetzgebers, den Verlegern ein Instrument in die Hand zu geben, mit denen sie selbst entscheiden dürften, wie ihre Werke verwertet werden können. „Ein automatisches Verwertungsrecht ist mit der beschlossenen Regelung nicht verbunden. Vielmehr steht es den Verlagshäusern frei, die unternehmerische Entscheidung zu treffen, was sie mit Suchmaschinen und Aggregatoren, die die Verlagsinhalte gewerblich nutzen möchten, vereinbaren“, so der BDZV.

Das Parlament hätte die richtigen Signale gegeben, die „den Wert journalistischer Inhalte und der freien Presse unterstreicht“, wenn auch nicht alle Vorstellungen der Verleger berücksichtigt worden seien.

Die pure Gier vom Kuchen etwas abhaben zu wollen

Offenbar haben die Verleger und deren Vertreter noch kurz vor der endgültigen Gesetzesvorlager erkannt, wie absurd ihr ursprünglich eingefordertes „Recht der Selbstbestimmung“ gewesen ist. Nachdem die Verleger von den großen Suchmaschinen, u.a. Google, schlicht Geld verlangen wollten, wenn sie in ihren Suchergebnissen auch nur Titel-Auszüge mit präsentierten und darüber hinaus auch noch einen Link setzten, scheint der rigorose „Wunschgedanke“ nun doch etwas entschärft worden zu sein. Zumindest dürften sog. „Snippets“, bzw. Textauszüge angezeigt werden.

Was unter der Überschrift der „journalistischen Werte und deren Verwertung“ steht, verdeckt in Wirklichkeit das Aufbegehren der Verleger, sich vom großen Kuchen des Internetgeschäfts etwas abschneiden zu wollen. Die Untersagung der Suchmaschine, dem Suchenden das Ergebnis zu präsentieren, welches auf die eigene Seite führte, ist gelinde gesagt Schwachsinn. Nicht weniger absurd ist der konsequente Folge-Gedanke, dafür auch noch Geld haben zu wollen.

Die Internetwelt darf gespannt sein, welcher Auffassung z.B. Google ist. Bisher gibt es für keine Suchmaschine eine Pflicht, eine Internetpräsenz, wie eine jede Online-Zeitung, überhaupt in den Such-Index aufzunehmen. Auch wenn die in letzter Sekunde geänderte Klausel, doch noch Überschriften und kleine Textauszüge anzeigen zu dürfen, die Verleger wohl vergeblich die Hand offen halten lässt, wird das Leistungsschutzrecht die „naturgegebenen“ Veränderungen in der Online-Medienwelt nicht zu verhindern vermögen. Letztendlich bleibt noch der Leser, also der Konsument am Drücker und entscheidet selbst, welche Angebote er nutzen will.

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