Künftige Rettungsprogramme: Die Privatsparer für Zugriffe sondieren?

Zypern-Rettung-


Das Konzept zur „Zypern-Rettung“ scheint aufzugehen. Die Märkte sind beschwichtigt, die Vermögenden haben ihr Kapital offenbar rechtzeitig von der Mittelmeerinsel abziehen können und übrig bleibt die gewünschte Zielgruppe, die Privatsparer. Der Chefvolkswirt der Deutschen Bank kann sich mit diesem Programm scheinbar ganz gut anfreunden.

„Marktdisziplin muss wieder hergestellt werden“

Euro
Heute noch Währung, morgen ein Mahnmal?

Nachdem der Euro-Gruppenchef Jeroen Dijsselbloem seine Aussage, der Ablauf zur Rettung Zyperns wäre eine Vorlage für künftige Rettungsmaßnahmen anderer Euro-Krisenstaaten, sehr schnell revidierte und verstärkt darauf ablenkte, dass dies doch ein „spezieller und individueller“ Fall gewesen sei, reagierten die Märkte relativ schnell mit einer sichtlichen Entspannung.

Indirekte Schützenhilfe für das Gesamt-Konzept „Zypern-Rettung“ erhielt Brüssel nun von der größten Bank Deutschlands. David Folkerts-Landau, Chefökonom der Deutschen Bank, begrüßte das für Zypern zum Abschluss gebrachte Hilfspaket, kritisierte jedoch den anfänglich gemachten Stockfehler, die Sparer mit Einlagebeträgen unter 100.000,- Euro in das Rettungsprogramm mit einbeziehen zu wollen.

Dem Handelsblatt (Dienstagsausgabe) erklärte der Chefvolkswirt, dass bei den künftigen Maßnahmen der Euro-Rettungen die Banken-Gläubiger sowie auch die Staaten stärker eingebunden werden müssten. „Man sollte jede sich bietende Gelegenheit nutzen, um die Marktdisziplin wieder herzustellen“, so Fokerts-Landau zum Magazin. Bevor der europäische Steuerzahler zu Hilfe gerufen wird, müssen die Gläubiger von Banken und Staaten herangezogen werden, forderte der Chefökonom.

Sparer hätte man von Beginn an schonen sollen
Die erste Variante der an Zypern gestellten Bedingungen, auch die Sparer mit Einlagebeträge unter 100.000,- Euro in Verantwortung nehmen zu wollen, kritisierte der Fokerts-Landau unmissverständlich. Die Sparer mit Einlagen unter 100.000,- Euro hätte man von Anfang an schonen sollen, „das war ein gravierender Fehler, entstanden im Nebel der nächtlichen Verhandlungen“, so der Deutsche Bank Chefvolkswirt und betonte, dass es keine Zweifel daran geben dürfe, dass die Einlagengarantien sicher und die nationalen Sicherungssystem in der Europäischen Union solide seien.

Wen kümmert schon das Geschrei der geschröpften Sparer?

Die Forderung nach „Wiederherstellung der Marktdisziplin“ aus dem Munde einer derzeit skandalumwitterten Großbank klingt wie nach dem Motto: „Haltet den Dieb“. Die noch offen und längst nicht ausgegorenen Rechtsstreitigkeiten zwangen die Deutsche Bank immerhin dazu, einen Milliarden-Betrag als Rücklagen auf die Seite zu schaffen, um für die ggfs. erwarteten Strafzahlungen gewappnet zu sein. Die Jahresbilanz 2012 spricht ganze Bände.

Die relativ „kalte Reaktion“ der Märkte, nachdem die Nachricht über den Einbezug der Sparer zur Bankenrettung für einen Sturm der Entrüstung sorgte, dürfte für Brüssel und deren „Vordenker“ eine motivierende Bestätigung dafür sein, den eingeschlagenen Kurs im gleichen Stil fortzusetzen. Es gilt immerhin die Großanleger zu schützen und die Finanzmärkte bei Laune zu halten. Beides scheint offensichtlich bei der „Operation Zypern“ gut funktioniert zu haben. Letztendlich sind es die Ersparnisse der Bürger, das geholt werden will und wenn das „Schlachtvieh zum Metzger geführt“ wird, ist das Geschrei schließlich eine völlig normale „Nebenerscheinung“, das es nicht weiter zu beachten gilt.

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