Krugman: Sparpolitik ist unetisches Experiment am Menschen

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Die eingegangenen Wege, um die Schuldenkrise zu lösen, können zwischen Europa und der USA nicht unterschiedlicher sein. Auf der einen Seite wird die Fahne des Sparkurses hochgehalten und auf der anderen Seite des Atlantiks steht eine Politik, die dem „Geld Prassen“ sehr nahe kommt. Top-Ökonom Paul Krugman verurteilt die unter deutscher Federführung eingegangene Sparpolitik als ein „unetisches Experiment am Menschen“.

„Die USA müsse noch mehr Geld ausgeben“

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Ist Deutschlands Sparpolitik verrückt?
Bild: Gerd Altmann / pixelio.de

Paul Krugman ist bereits als Wirtschaftswissenschaftler mit dem Nobelpreis ausgezeichnet worden und sein Wort hat Gewicht in der internationalen Finanzwelt. Zuletzt geriet der internationale Top-Ökonom in die Schlagzeilen, als er die („sagenumwobene“) 1-Billion-Dollar-Platinmünze als ein durchaus mögliches Instrument bezeichnete, um den drohenden Schuldenkollaps des US-Haushalts temporär zu vermeiden.

Damit die US-Wirtschaft wieder in Fahrt kommen könnte, favorisiert Krugman den Weg über die Ausweitung der Geldausgaben und liegt damit in einem völlig gegensätzlichen Kurs gegenüber dem europäischen Kampf gegen die Schulden. Der Nobelpreisträger forderte lt. Deutsche Wirtschafts Nachrichten (DWS) (Mittwoch) die US-Regierung dazu auf, noch mehr Geld auszugeben und betonte, dass eine Kürzung der Ausgaben sowie die unverzügliche Steueranhebung der falsche Weg wäre. Es wäre das beste, sich über das Defizit gar keine Sorgen zu bereiten, so Krugman.

„Unetisches Experiment am Menschen“
Die Sparpolitik bezeichnete Krugman bei der Huffington Post als ein „weltweit unetisches Experiment am Menschen“, was eigentlich einer Verurteilung gleich kommt. Die gestiegene Arbeitslosigkeit und eine stagnierte Wirtschaft in zahlreichen europäischen Ländern wären die Folge der selbstverordneten Sparpolitik, so der Ökonom.

„Griechenlands hoffnungsloser Versuch Deutschland zufrieden zu stellen“
Griechenland sei in seiner Handlungsfähigkeit massiv begrenzt, so Krugman lt. DWS. Die extreme Einschränke läge überwiegend darin begründet, dass die Griechen den Sparkurs eingehen müssten, um die Deutschen zufrieden zu stellen. Die Deutschen hätten das Geld, aber dennoch wäre der Sparkurs aus der Sicht Deutschlands „verrückt“, so der Ökonom. Viele Sparmaßnahmen würden verordnet werden, die aber nicht mal das Schuldenproblem lösen helfen.

Die Griechen hätten nur wenige Möglichkeiten. Es sei denn sie gingen an ihren Schulden Pleite und verlassen die Währungsgemeinschaft. Dies wäre jedoch zerstörerisch, so Krugman.

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